Reinhard Glantz : "Plattdeutsch ist ein Stück Leben"

Steht leidenschaftlich gerne auf der Bühne: Reinhard Glantz aus Brande-Hörnerkirchen.  Foto: KOCH
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Steht leidenschaftlich gerne auf der Bühne: Reinhard Glantz aus Brande-Hörnerkirchen. Foto: KOCH

Glantz (46) spielt seit vier Jahren bei der Elmshorner Speeldeel. Besondere Leidenschaft für die plattdeutsche Sprache.

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04. März 2013, 08:38 Uhr

Brande-Hörnerkirchen/Elmshorn | In dieser Rubrik stellen wir Menschen vor, die in Elmshorn leben und/oder hier berufstätig sind. Sie erlauben Einblicke in ihr Leben und sind unsere "Menschen am Montag".

"Ich wurde vor 20 Jahren schon einmal gefragt, ob ich Lust auf die Speeldeel hätte - doch damals habe ich noch viel Fußball gespielt", berichtet Reinhard Glantz aus Brande-Hörnerkirchen. Beim zweiten Mal hat er dann die Chance genutzt und ist seitdem festes Mitglied der niederdeutschen Bühne aus Elmshorn.

Glantz hat bereits zuvor jahrelange Erfahrung als Theaterdarsteller gesammelt. "Seit meinem 17. Lebensjahr spiele ich ", berichtet er. Das Ganze sei aus einer Bierlaune heraus entstanden. Zuerst hat er bei der Landjugend auf der Bühne gestanden, später dann auch bei der Feuerwehr. Der Unterschied zu seinem Engagement bei der Elmshorner Speeldeel ist gewaltig: "Vorher habe ich auf kleinen Dorfbühnen gespielt, jetzt auch mal im Elmshorner Stadttheater mit 400 Leuten", erzählt Glantz.

Dabei schätzt der 46-Jährige vor allem die plattdeutsche Sprache: "Plattdeutsch ist für mich ein Stück leben", betont er. Schon sein ganzes Leben hat er mit der Sprache zu tun. Gelernt hat er sie von seinem Opa. "Ich hab als Kind bei ihm immer am Skat-Tisch gesessen und zugehört." Irgendwann habe er Plattdeutsch dann auch beherrscht. Außerhalb des Theaters spricht er allerdings nur selten plattdeutsch - "sehr schade" sei es, dass Platt heute nur noch selten gesprochen werde.

Die Sprache nun auch noch auf die Bühne zu bringen und sie so ein Stück weit zu erhalten, sei eine Motivation für sein Engagement auf der Theaterbühne beziehungsweise bei der Speeldeel. "Außerdem macht es mir einfach Spaß, die Leute zu unterhalten und sie mit einem Lächeln nach der Vorstellung nach Hause zu schicken", beschreibt Glantz seine Leidenschaft.

Doch Theaterstücke wie beispielsweise "Up jeden Pott passt ok’n Deckel" oder "Op Düvels Schuvkar", in denen Glantz mitgewirkt hat, sind keine Selbstgänger, sonder harte und professionelle Arbeit. Vor jedem neuen Stück wird gut zwei Monate am Elmshorner Buttermarkt geprobt. Unter den Mitgliedern der Speeldeel herrscht eine gute Stimmung: "Wir haben ein tolles und harmonisches Miteinander", schwärmt Glantz. Den Text für die Stücke übt er dabei auf seine ganz eigene Weise: "Ich gehe etwa spazieren und spreche das Gelernte dann laut vor." Für eine Hauptrolle lernt er über vier Wochen lang jeden Tag rund zwei Stunden.

Neben seiner Tätigkeit für die Speeldeel tritt er zusammen mit Freunden auf Geburtstagen und Hochzeiten auf. Hier führen sie dann Sketche auf. Seine Leidenschaft für das Theater kostet allerdings auch Zeit: Hauptberuflich ist Glantz als Gärtner bei der Stadt Uetersen tätig. In seiner freien Zeit ist der 46-Jährige in der Feuerwehr aktiv und engagiert sich seit 25 Jahren ehrenamtlich beim SV Hörnerkirchen - hier hat er in der Fußball-Abteilung so gut wie jedes Amt inne gehabt: So war er Trainer, Schiedsrichter, Mitglied des Festkomitees und sogar 1. Vorsitzender. Doch dieses Engagement geht in diesem Jahr zuende. Die Zeit reicht einfach nicht aus, um alle Engagements unter einen Hut zu bekommen.

Mit der Speeldeel geht es für ihn Anfang März im Haselauer Landhaus bei "Eeten und Theoter" weiter.

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