Verkehrsuntersuchung : Planungsbüro deckt die Schwachstellen an Elmshorns Problem-Kreuzung auf

In puncto Verkehr sorgt die Bahnunterführung seit Jahren für Dauerfrust. Jetzt soll mit Hilfe des Hamburger Planungsbüros Logos ein neuer Anlauf gemacht werden, um den Verkehr besser zum Fließen zu bringen.
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In puncto Verkehr sorgt die Bahnunterführung seit Jahren für Dauerfrust. Jetzt soll mit Hilfe des Hamburger Planungsbüros Logos ein neuer Anlauf gemacht werden, um den Verkehr besser zum Fließen zu bringen.

„Könnte man nicht morgens drei Spuren in die eine Richtung freigeben und abends in die andere?“

shz.de von
16. Juni 2017, 15:45 Uhr

Elmshorn | Die Elmshorner und ihre „Badewanne“ – eine ganz besondere Beziehung. In puncto Verkehr sorgt die Bahnunterführung seit Jahren für Dauerfrust. Jetzt soll mit Hilfe des Hamburger Planungsbüros Logos ein neuer Anlauf gemacht werden, um den Verkehr besser zum Fließen zu bringen. Bent Schubert von den Grünen machte im Ausschuss für Kommunale Dienstleister den radikalsten Antistau-Vorschlag: „Könnte man nicht morgens drei Spuren in die eine Richtung freigeben und abends in die andere?“ Als Beispiel nannte er den Messesering in Hannover.

„Zu kompliziert“, sagte Verkehrsexperte Christian Klafs von Logos. Er hat in einer Untersuchung die zahlreichen Schwachpunkte aufgedeckt, dabei nicht nur die Reichenstraße, sondern auch die angrenzenden Kreuzungen bis hoch zum Vormstegen untersucht. Fazit: Es fehlt eine Linksabbiegespur in die Ansgarstraße. Der Bereich Hamburger Straße/Steindamm ist schlecht einsehbar und birgt ein Unfallrisiko. Vor allem morgens und abends kommt es in der Unterführung zu Rückstaus. Für Fußgänger ist die Grünphase beim Überqueren der Reichenstraße viel zu kurz, Mittelinseln sind zu klein. Lösungen gibt es wohl nur im Kleinen. Mit intelligenten Ampeln soll gegen den Stau gearbeitet werden. „Die Grünphasen werden entsprechend der Verkehrsbelastung länger oder kürzer“, erklärte Klafs. Als Beispiel nannte er die Lichtsignalanlage am Steindamm, die im Zuge der Sperrung der Wittenberger Straße bereits umgestellt worden ist. Im Bereich der Unterführung hat die Stadt zudem die Radwegebenutzungspflicht angeordnet, um die Radfahrer von der Straße zu bekommen. Im Fokus stehen auch die Fußgänger. Für sie soll das Überqueren der Kreuzungen in Zukunft leichter werden.

Viele Kreuzungen mit vielen Problemen: Das Hamburger Planungsbüro Logos hat die Situation an der Reichenstraße untersucht.
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Viele Kreuzungen mit vielen Problemen: Das Hamburger Planungsbüro Logos hat die Situation an der Reichenstraße untersucht.
 

In einem Punkt bezog Klafs klar Stellung: Die Fahrstreifen in der Unterführung in Richtung Innenstadt – einer geht geradeaus, einer rechts ab in die Berliner Straße, sollten beibehalten werden. „Sonst kommt es zu noch mehr Staus“, warnte der Experte. Denn zurzeit haben die Fußgänger rot, wenn die Autos rechts in die Berliner Straße abbiegen. Der Verkehr fließt. Das würde sich ändern, wenn zwei Fahrspuren geradeaus führen, die Autos auf der Mischspur aber rechts abbiegen wollen. Dann hätten zeitweise die Fußgänger an der Berliner Straße grün. Heißt: Staugefahr. „Badewannen“-Verkehr: Edgar Konetzny (CDU) hat den Glauben an die perfekte Lösung schon ein bisschen verloren: „Am Ende müssten alle Verkehrsteilnehmer grün haben. Das kann nicht funktionieren.“

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