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Sozialausschuss : Pilotquartier: Klostersande weist der Stadt Elmshorn den Weg

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Stadtteiltreffpunkt wird zur Keimzelle für generationenübergreifende Quartiersentwicklung

shz.de von
erstellt am 10.Nov.2017 | 12:30 Uhr

Elmshorn | Das Gebiet Klostersande/Lieth wird ein Pilotquartier für generationsübergreifende Entwicklung. Das hat der Sozialausschuss am Mittwochabend beschlossen. Insbesondere die Arbeit im Stadtteil-Treffpunkt Klostersande will die Politik fördern, um Menschen verschiedenen Alters und mit verschiedenen Hintergründen zusammenzubringen und Angebote für möglichst viele verschiedene Gruppen zu schaffen.

„Wir sind uns sicher, dass es noch viele einsame und unterstützungsbedürftige Menschen gibt, die wir bisher nicht erreichen konnten“, erklärt der Ausschussvorsitzende Detlef Witthinrich (SPD). Dafür gilt es zunächst herauszufinden, was den Bürgern im Quartier überhaupt fehlt.

Genau das ist das Ziel des Pilotprojekts: Mit Hilfe von Befragungen durch einen Externen und einer Stadtteilkonferenz will der Sozialausschuss herausfinden, welche Bedürfnisse die einzelnen Bewohner haben. Diese Ergebnisse kann zunächst der Stadtteiltreffpunkt Klostersande, später aber auch Treffpunkte in anderen Ecken der Stadt aufnehmen und passende Angebote erarbeiten.

37.000 Euro will der Sozialausschuss für das Pilotprojekt in den Haushalt für 2018 einstellen. Zusätzliche 20.000 Euro sollen eingesetzt werden, um eine halbe Stelle im Stadtteiltreffpunkt Klostersande zu finanzieren. Bislang war diese Stelle vom Land bezahlt worden. „Ehrenamtlich ist die Organisation eines Stadtteil-Treffpunkts überhaupt nicht zu leisten“, erklärt Klaus-Ulrich Sembill vom Trägerverein Arbeiterwohlfahrt (Awo).

Sembill freut sich sehr darüber, dass der Sozialausschuss den Stadtteil-Treffpunkt Klostersande für das Pilotprojekt ausgewählt hat. „In den vergangenen zweieinhalb Jahren haben wir mit dem Umbau der ehemaligen Altentagesstätte zu einem Stadtteiltreff bereits einen sehr großen Schritt in diese Richtung getan“, erklärt Sembill. „Mit Hilfe des Pilotprojekts können wir das weiter ausbauen.“

Mittlerweile bietet das Haus am Mittelweg 49 auf seinen 300 Quadratmetern ebenso Platz für Skatnachmittage für Senioren wie für eine Musikgruppe für Jugendliche, Hausaufgabenhilfe für Flüchtlinge oder auch Stadtteilfeste. „Wir können uns aber noch mehr vorstellen“, sagt Sembill und nennt beispielhaft Bürgerdiskussionen über die Zukunft des Stadtteils. „Es gibt hier im Quartier die verschiedensten Gruppen – da gibt es bestimmt Bedarfe, die wir noch nicht abdecken.“

Im Sozialausschuss stand auch das Quartier Kaltenweide mit dem Mehrgenerationenhaus Forum Baltikum als Pilotprojekt zur Diskussion. Günter Allertseder vom Seniorenrat regte an, lieber einen Stadtteiltreffpunkt auszuwählen, der weniger gut entwickelt ist als Klostersande: „Ich wüsste nicht, was man da noch verbessern sollte.“ Sven Herrmann (Grüne) setzte sich aber mit seinem Argument für den Stadtteil-Treffpunkt Klostersande durch. Er erklärte, die Erfolgschancen stünden bei einem Treffpunkt mit bereits vorhandenem Netzwerk besser. Herrmann: „Es ist wichtig für die generationsübergreifende Quartiersentwicklung, dass das Pilotprojekt ein Erfolg wird.“ Die letzte Entscheidung – die über die Finanzen – liegt beim Stadtverordnetenkollegium.

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