Personal fehlt: Barmstedt droht Pflichtwehr

Nur mit nachbarschaftlicher Hilfe kann die Freiwillige Feuerwehr volle Einsatzstärke gewährleisten

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20. Mai 2011, 08:19 Uhr

Barmstedt | Die Barmstedter Feuerwehr leidet unter akuter Personalnot. "Wenn man die Bedarfsplanung zugrunde legt, haben wir sechs Leute zu wenig, um alle Fahrzeuge zu besetzen", sagt Wehrsprecher Andreas Euker. Sollte es den Brandbekämpfern nicht gelingen, Nachwuchskräfte zu werben, könnten Einwohner zum Feuerwehrdienst verpflichtet werden.

Deutschlandweit gibt es zwei Gemeinden mit einer "Zwangsfeuerwehr" - und beide liegen in Schleswig-Holstein: List (Sylt) und Burg (Dithmarschen). Im Kreis Pinneberg sei ihm kein Fall bekannt, in dem die Wehr über eine Zwangsverpflichtung der Bürger nachdenke, sagt Kreisfeuerwehrsprecher Michael Bunk. "Wir haben aber bei vielen Wehren tagsüber Probleme, die volle Einsatzstärke zu gewährleisten", räumt er ein. Das liege häufig daran, dass die Einsatzkräfte nicht in ihrem Wohnort arbeiten. Behelfen tun sich die Brandbekämpfer, indem sie benachbarte Wehren auch für kleinere Einsätze in die Tagesalarmierung einbinden. Auch bei Bränden in Barmstedt werden die Umlandwehren oft mit alarmiert, so Euker. "Wir haben tagsüber höchstens 15 Leute, das reicht manchmal nicht." Insgesamt besteht die Wehr aus 60 einsatzfähigen Mitgliedern, fünf weitere werden ausgebildet. "Als ich 1992 anfing, waren wir 75", so Euker.

Eine Zwangsverpflichtung sei zweischneidig, findet Euker. "Ich habe lieber drei Leute weniger, dafür aber motivierte, als ausreichend viele, die keine Lust haben." Er hofft, dass dieser Fall verhindert werden kann: Beim Mitmachtag am Sonnabend, 28. Mai (9 bis 13 Uhr), will die Wehr mit vielen Aktionen um Mitstreiter werben.

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