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Offensive in Elmshorns City : Öffentliches WC: Das geht doch netter, oder?

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Beschmierte Wände, verdreckte Kloschüsseln und ein Geruch, der nicht näher beschrieben werden sollte – öffentliche Toiletten haben einen miesen Ruf. Auch in Elmshorn. Die Stadt will jetzt eine WC-Offensive starten. Geschäftsleute helfen dem Stadtmarketing.

shz.de von
erstellt am 27.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Elmshorn | Das Stadtmarketing will eine WC-Offensive für Elmshorns Innenstadt starten. Mit Hilfe des Projekts „Nette Toilette“ soll das Netz an öffentlichen Toiletten ausgebaut werden. „Die Probleme sind von verschiedenen Seiten an uns herangetragen worden. Es gibt Beschwerden über den Hygienezustand und die Anzahl der Toiletten“, berichtet Manuela Kase, Geschäftsführerin des Stadtmarketingvereins. Mit der Aktion „Nette Toilette“ würde man diese Probleme auf einen Schlag lösen.

Bei dem Projekt werden Gastronomiebetriebe und Geschäfte aufgefordert, ihre Toiletten kostenlos für die Öffentlichkeit zu öffnen. Ein Aufkleber im Eingangsbereich würde auf die „Nette Toilette“ hinweisen. Im Gegenzug müsste sich die Stadt an den Reinigungskosten beteiligen. Zehn Betriebe müssten sich nach Ansicht von Kase an der Aktion beteiligen. Sorge, dass nicht genügend zusammenkommen, hat sie nicht. Die erste Resonanz der Kaufleute sei positiv gewesen, als sie das Projekt beim letzten Elmshorner Händlertreffen vorgestellt habe.

Für die Umsetzung des Projekts braucht Kase die Zustimmung der Politik. Am 31. März will sie die Aktion, an der sich bundesweit schon 150 Städte und Gemeinden beteiligen, im Ausschuss für Kommunale Dienstleister vorstellen. Grob geschätzt müsste die Stadt jährlich 10.000 Euro zahlen, um die Situation zu verbessern.

„Es gibt einen Mangel an öffentlichen Toiletten. Durch den demografischen Wandel wird sich das in den nächsten Jahren noch stärker bemerkbar machen. Die Stadt müsste ohnehin handeln, doch der Bau von Toilettenhäusern sowie deren Wartung sind viel teurer, als die Kooperation mit den Gewerbetreibenden“, betont Kase. Die Gastronomen und Geschäftsleute würden auch von der Aktion profitieren. „Dies steigert den Service in der Innenstadt und die Aufenthaltsqualität. Das sind entscheidende Faktoren, um Kunden zu gewinnen“, sagt Kase. Außerdem sei jeder Klo-Gast ein potenzieller neuer Kunde. Sollte die Politik dem Projekt zustimmen, will Kase noch einmal persönlich auf die Geschäftsleute zugehen, um über eine mögliche Teilnahme zu sprechen.

Bürgermeister Volker Hatje (parteilos) hofft, dass die Politik grünes Licht gibt. Zwar gebe es eigentlich genügend öffentliche Toiletten, doch ein engeres Netz sei erstrebenswert. „Ein Großteil der vorhandenen Probleme, vor allem für ältere Menschen, würde sich lösen“, so Hatje. Es wäre ein tolles Signal, wenn es Stadt, Stadtmarketing und Politik gelingen würde, die Aktion gemeinsam umzusetzen. „Es gibt immer wieder Diskussionen über die Reinheit der öffentlichen Toiletten“, sagt der Elmshorner Bürgermeister. Trotz der regelmäßigen Reinigung seien die Toiletten zum Teil verdreckt.

Elmshorns Seniorenrat pocht darauf, dass sich die Stadt des Problems annimmt. „Der Bedarf ist klar erkennbar“, betont der Vorsitzende Günter Allertseder. Er und seine Vorstandskollegen würden immer wieder auf die Situation angesprochen. „Es muss etwas passieren. Bislang gibt es ja nicht einmal Hinweisschilder auf die öffentlichen Toiletten“, so Allertseder. Die Klohäuser am Bahnhof und am Alten Markt seien häufig verdreckt und die Toiletten in der Markthalle auf dem Buttermarkt für viele Menschen wegen der Stufen nicht erreichbar.

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