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Elmshorner Nachrichten

24. August 2017 | 00:01 Uhr

Not lehrt beten

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

„Ich bete, wenn ich traurig bin.“ – „Ich bete, weil es mir bei meinen Problemen hilft.“ – „Beim Beten komme ich mir komisch vor.“ – „Beten finde ich blöd.“

Anonym haben Konfirmanden auf einem Fragebogen diese und andere Äußerungen angekreuzt. Darin kommt zum Ausdruck, dass unser Umgang mit dem Gebet höchst widersprüchlich ist. Beim Gebet lassen wir uns nicht in die Karten gucken, und nur Wenige würden öffentlich zugeben, dass sie beten. Dennoch weiß ich als Seelsorgerin, dass auch Erwachsene in den eingangs beschriebenen Situationen beten. Ein Stoßgebet hat jeder schon einmal zum Himmel geschickt – ebenso wie den Stoßseufzer „Gott sein Dank!“

Allerdings lassen die Bedenken nicht lange auf sich warten: Der da oben hört ja doch nicht zu! Was soll denn das Beten bringen? Warum verhindert Gott nicht Kriege und Katastrophen? Wirklich lassen uns das Grubenunglück in Soma, die Überschwemmungen auf dem Balkan und erst recht die Entführung der nigerianischen Schülerinnen am Sinn des Gebetes zweifeln. Umgekehrt ist es aber gerade die Not, die nicht nur sprichwörtlich beten lehrt. Not und Leid lassen uns nach Gott fragen: „Warum lässt Gott das zu?“ Und diese Frage ist der Beginn einer Suche nach Gott. Nur wenig verändert wird diese Frage zum Gebet, zum Gespräch mit Gott: „Warum lässt du das alles zu?“

Der Gottesdienst morgen heißt Rogate, übersetzt: Betet! Wir beten in unseren Kirchen öffentlich. Wir danken für alle Rettung und Bewahrung, die wir erfahren haben. In der Fürbitte denken wir an Menschen in Not und zeigen ihnen, dass wir sie nicht vergessen. Vielmehr liegen sie uns so am Herzen, dass wir sie Gott ans Herz legen. Beten Sie morgen mit uns?


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erstellt am 23.Mai.2014 | 12:22 Uhr

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