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Nordsport und Franzosenhof: Bebauungspläne zum Schutz der City

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Auf Unverständnis haben viele Elmshorner auf die Entscheidung der Stadt reagiert, die Flächen des ehemaligen Max-Bahr-Marktes dem Unternehmen Nordsport zu verweigern. Das Land wiederum rügt Elmshorn, weil dem Einzelhandelszentrum am Franzosenhof in den vergangenen Jahren immer mehr Fläche eingeräumt wurde. Und so wurden in der jüngsten Sitzung des Stadtverordnetenkollegiums zwei Themen diskutiert, die um das selbe Problem kreisen: die Abwägung zwischen dem Schutz der Innenstadt und Wünschen der Unternehmer.

„Was ist da schief gelaufen, dass Nordsport keine andere Möglichkeit sah, als nach Rellingen zu expandieren?“, wollte der frisch verpflichtete Stadtverordnete Mats Marti Hansen (SPD) am Donnerstagabend wissen. Andreas Hahn (CDU), Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, bekannte, selbst vielfach von Bürgern auf das Thema angesprochen worden zu sein. In dieser Frage stehe jedoch das „Wohlfühlgefühl der Bürger“ auf dem Spiel. Und das stelle sich nur dann ein, wenn die Innenstadt so attraktiv wie möglich sei – also keine Leerstände aufweist. Hätte die Stadt Nordsport gestattet, sich mit stationärem Handel auf dem Max-Bahr-Gelände niederzulassen, wäre laut Hahn damit ein weiterer Konkurrent zur Innenstadt entstanden. „Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden“, sagte Hahn. „Dieser Euro würde in der Innenstadt fehlen – und damit riskieren wir dort Leerstände.“ Das Resultat einer solchen Politik könne in Itzehoe oder Pinneberg beobachtet werden. Die Expansion von Nordsport nach Rellingen bedeute aber keinesfalls den Rückzug des Unternehemns aus Elmshorn.

Bürgermeister Volker Hatje verwies auf den Bebauungsplan, den die Stadtverordneten für das Max-Bahr-Gelände aufgestellt hatten, um die Ansiedlung von Kaufland auf dem gesamten Areal zu verhindern – und die Innenstadt vor Konkurrenz zu schützen. „Würden wir der Ansiedlung von Nordsport zustimmen, würden wir unseren eigenen B-Plan aushebeln.“

Bebauungspläne zum Schutz der Innenstadt – dieses Thema beschäftigte die Stadtverordneten auch im Zusammenhang mit dem Franzosenhof. Der ursprüngliche B-Plan verfolgte dort nämlich genau diesen Zweck: Es sollten ausschließlich Geschäfte zugelassen werden, die keine Konkurrenz zur Innenstadt bedeuten würden. Durch das Instrument der sogenannten Befreiung hat die Stadt dem Eigentümer Frank Sachau in den vergangenen Jahren jedoch immer mehr Zugeständnisse gemacht, inzwischen gibt es 7  400 Quadratmeter Geschäftsfläche mehr als ursprünglich geplant, außerdem einen Elektrofachmarkt anstelle eines Sportgeschäfts und einige Veränderungen mehr. Der derzeitige Stand der Dinge wird jetzt in einer Änderung des Bebauungsplans festgeschrieben. Laut Landesverwaltung ist auf das Instrument der Befreiung künftig jedoch zu verzichten. „Wenn das keine Rüge ist“, kommentiert Andreas Hahn im Stadtverordnetenkollegium. Er kritisierte, in der Vergangenheit viel zu großzügig vom ursprünglichen Bebauungsplan abgewichen zu sein. „Ursprünglich ist uns das Kunststück, am Franzosenhof keine Konkurrenz zur Innenstadt zu schaffen, gut gelungen. Das droht auf die schiefe Bahn zu geraten.“ Und – mit einem Seitenhieb in Richtung Frank Sachau und die Entwicklung des Kranhauses: „Jemand, der so gut von der Stadt behandelt wird, könnte in anderen Fragen mehr Gewogenheit aufbringen.“

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erstellt am 15.Jul.2017 | 16:00 Uhr

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