Noch mehr Bäume weg

Mehr Entwicklungsraum für die Linden (links): Fichten und Birken auf dem Spielplatz an der Plinkstraße wurden abgesägt.  Foto: cpe (2)
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Mehr Entwicklungsraum für die Linden (links): Fichten und Birken auf dem Spielplatz an der Plinkstraße wurden abgesägt. Foto: cpe (2)

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05. Februar 2011, 06:17 Uhr

Elmshorn | Die Stadt räumt weiter auf: An den Regenrückhaltebecken Ramskamp und Daimlerstraße sind genauso Bäume gefällt worden wie am Spielplatz an der Plinkstraße oder auf dem Freibadgelände. Und es geht weiter: Beim Kleingartengelände am Lütt Bookhorstweg fallen noch einige Pappeln (siehe auch Foto Seite 1) und die Pappeln am Hafen sollen Anfang der Woche ausgeschnitten werden. Auch im Krückaupark und an der Elsa-Brändström-Schule soll noch ausgelichtet werden.

Und so regelmäßig wie die Bäume fallen, so regelmäßig klingeln im Rathaus die Telefone, flattern bei den Elmshorner Nachrichten die Leserbriefe ins Haus: Viele Elmshorner sind empört über das Abholzen (siehe auch Leserbriefe Seite 7).

Thomas Miller, für die Grünflächen zuständiger Rathausmitarbeiter beim Flächenmanagement sieht die Sache anderes. Er ist Landschaftsgärtnermeister und sagt: "Wenn man nichts macht, kippt das alles irgendwann um." Die hohen Bäume würden vergreisen und in deren Schatten käme kein neues Leben auf. Es sei in dieser Hinsicht in Elmshorn lange zu wenig gemacht worden. Hier müsse erst wieder ein Rhythmus gefunden werden. So könnten jetzt die Linden an der Plinkstraße nicht nur zur Straßenseite hin wachsen, weil am Spielplatz die Fichten und Birken gefällt worden seien.

Regenrückhaltebecken, so Miller, müssten als technische Bauwerke freigehalten werden und Bäume dürften nicht ins Becken brechen. Ersatz soll standfester weiter weg vom Wasser gesetzt werden.

Generell werde überall auch nachgepflanzt, und im Steindammpark seien Landschaftsfenster geschaffen worden. Dort, genauso wie am Adenauerdamm, sei innerhalb eines Jahres die Vegetation schon wieder einen Meter nachgetrieben. Doch auch hier werde weiter nachgepflanzt. "Der Betriebshof ist voll mit Pflanzen", so Miller, man warte nur noch auf frostfreies Wetter: Großkronige alte Apfelbaumsorten als Ersatz für die Pappeln am Lütt Book horstweg, Säulenhainbuchen für den Karl-Carstens-Ring statt der vom Käfer befallenen Ulmen, Kirsche und Vogelbeere für den Erhardweg sowie Pflanzen für den Spielplatz an der Plinkstraße.

Noch in diesem Jahr wird eine Fachfirma 76 große Pappeln im Stadtgebiet genau untersuchen, damit nur dort gefällt wird, wo es sein muss. Eine Untersuchung des Baumbestandes an der Hamburger Straße ist bereits abgeschlossen und wird jetzt ausgewertet. Miller: "Man muss mit alten Bäumen vorsichtig umgehen, aber ab und zu muss in der Stadt auch eingegriffen werden."

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