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Brande-Hörnerkirchen : Nicht ohne unseren Sheriff

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Das Dorf kämpft um seine Polizeistation: Der Amtsvorsteher kündigt für den Fall der Schließung Proteste an.

shz.de von
erstellt am 21.Sep.2013 | 16:00 Uhr

Seit Oktober 2010 ist Klaus Dibbern Chef der Ein-Mann-Polizeistation in Brande-Hörnerkirchen. Und es gibt Anzeichen, die darauf hindeuten, dass er der letzte „Dorfsheriff“ im hohen Norden des Kreises Pinneberg sein könnte. Als Dibbern seinen Dienst antrat, wurde er von Amtsvorsteher Bernd Reimers und dem damaligen Leitenden Verwaltungsbeamten Jörg Bucher mit einem Sheriffstern willkommen geheißen. Der Stern hängt inzwischen an der Wand hinter Dibberns Schreibtisch im Amtshaus und ist ein Symbol seiner Verbundenheit mit der Region und dem Amt Hörnerkirchen. Der Polizist kennt „seine“ Dörfer und damit auch seine Pappenheimer. Entsprechend erfolgreich ist seine Arbeit. „Die Aufklärungsquote bei uns ist überdurchschnittlich“, betont der amtierende Leitende Verwaltungsbeamte Michael Lantau.

Doch nun droht landesweit etlichen Kleinstationen der Polizei die Schließung. Auch wenn Lantau und Amtsvorsteher Reimers davon offiziell (noch) nichts wissen wollen. „Uns liegen keine entsprechenden schriftlichen Aussagen vor“, sagt Lantau. Sollte für Hökis Ein-Mann-Station dennoch das Aus kommen, so kündigt Reimers schon jetzt einen Proteststurm an. „Das werden sich die Bürger nicht einfach so gefallen lassen“, ist auch Lantau überzeugt. Schließlich seien die nächsten Polizeistationen in Barmstedt und Elmshorn weit entfernt. Auch Reimers weist „auf unsere Insellage“ hin. Ein Polizist müsse hier „zuhause sein“, lange Anfahrtswege kosteten Zeit und gingen damit zu Lasten der Sicherheit der Bürger.

Klaus Dibbern und sein langjähriger Vorgänger Reinhard Mohrdieck stünden vor allem für eine erfolgreiche Verbrechens-Prävention. Wer das Dorfleben kenne, der wisse auch, wen er wann anzusprechen habe, erklärt Reimers. Auch die andernorts übliche Distanz zwischen Bürgern und Polizei existiert in Hörnerkirchen nicht. Ebenso wenig wie der „typische“ Polizeiwagen. Wird Dibbern zu einem Einsatz gerufen, steigt er in sein Privatauto. Was einen nicht zu unterschätzenden Vorteil birgt: Der Dorfsheriff wird nicht so schnell als solcher erkannt. Das könnte sich kommendes Jahr ändern, wenn Dibbern in den Ruhestand geht. Doch wie schon gesagt: Noch will keiner daran glauben, dass der kleinen Polizeistation in Hökis Amtshaus das Aus drohen könnte.

 

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