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Elmshorner Nachrichten

23. August 2017 | 08:29 Uhr

Nicht alles, was mit T anfängt, ist toll

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Zur Abwechslung einmal etwas in eigener Sache. Wenn es nicht so ärgerlich wäre, könnte ich ja fast schon Witze drüber machen. Aber es war eine Zeit voller Isolation und Abgeschiedenheit. Ich war unzugänglich und konnte mich überdies nicht mitteilen. 12 Tage im Februar und ich war ich so gut wie ohnmächtig im wahrsten Sinne.

Was los war? Nach einem geplanten Tarifwechsel hat mich mein Telefon- und Internetanbieter vom Leben abgestöpselt. Nicht alles, was mit T anfängt, ist toll! Dabei sollte es doch eigentlich der Beginn in eine neue, vor allem schnellere Zeit sein. Die Daten sollten fortan mit doppelter Dorfgeschwindigkeit durch die Leitung donnern. Doch anstatt sofort in die Zukunft der medialen Welt gebeamt zu werden, wurde ich schlagartig zurück ins Mittelalter der Kommunikation katapultiert. Telefon tot, Internet nicht existent. Ich hatte nicht einmal eine Brieftaube oder einen berittenen Boten auf einem altersschwachen Esel zur Hand.

Alles, was mir blieb, war meine kleine, phlegmatische Funkgurke, mit der ich fortan jeden Tag mehrmals bei der magenta-roten Telefonierfabrik anrief, um Bescheid zu sagen, dass ich derzeit kein Raser auf der Datenautobahn wäre und kein bisschen Bit und Byte bei mir ankommen würde. Ganz freundlich das alles. Wer nämlich je selbst bei diesem Verein anrief, der weiß, dass man mit Beißen und Bitten nicht weiter kommt und nie jemand zuständig ist, sondern Angelegenheiten stets an andere Abteilungen weitergegeben werden. Obwohl ich gerne wie eine ganze Bierkutscherflotte geflucht hätte und alle Wörter, die mit „Scheiß“ anfangen oder aufhören gebraucht hätte, um meine gesteigerte Unzufriedenheit zum Ausdruck zu bringen, blieb ich stets höflich und sachlich.

Das war jedoch nicht immer einfach, besonders wenn man teilweise mit Ignoranz („Da können wir leider nichts für Sie tun!“) und Häme („Warten Sie es ab, Herr Tiedemann, und lesen doch mal wieder ein gutes Buch!“) konfrontiert wird. Einer bat mich sogar bitte nicht noch einmal anzurufen, weil es ja in der damaligen Situation eh nichts bringen würde. Das fand ich dann schon ziemlich unsportlich, muss ich sagen.

Und dann immer diese unverständlichen Mundarten!
Es zog sich hin wie das lange Sterben von „Wetten, dass..?“ – kein Ende war in Sicht. Bis ich eines Tages Post von dem Laden im Briefkasten hatte. Und es bewahrheitet sich mal wieder das eine. Wenn auch nichts geht und funktioniert, die Rechnung dafür kommt immer pünktlich!


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erstellt am 06.Mär.2016 | 17:01 Uhr

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