Elmshorn : Neujahrsempfang der SPD

Das Erdgeschoss des Museums war voll besetzt, als Britta Ernst beim Neujahrsempfang der Elmshorner SPD sprach.
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Das Erdgeschoss des Museums war voll besetzt, als Britta Ernst beim Neujahrsempfang der Elmshorner SPD sprach.

Die Sozialdemokraten trafen sich im Industriemuseum mit Bildungsministerin Britta Ernst. Volker Hatje: „Stadtumbau nicht mehr aufzuhalten“.

shz.de von
14. Januar 2015, 12:00 Uhr

Elmshorn | Sekt, musikalische Untermalung, die nicht beim Klönen stört, und ein Haufen Leute, die man sonst kaum trifft oder jedenfalls nicht in so ungezwungener Atmosphäre: Das ist das Entscheidende bei einem Neujahrsempfang. Die SPD stellt im Elmshorner Rathaus die größte Fraktion, sie regiert in Land und Bund mit, also gab es am Sonntag beim Empfang der Elmshorner Sozialdemokraten im Industriemuseum gelöste Stimmung und einige lokale Entscheider zu treffen.

An deren Spitze und als Referenten angekündigt: Britta Ernst, Bildungsministerin in Kiel, SPD-Mitglied und Ehefrau von Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz, sowie Volker Hatje, parteiloser Bürgermeister Elmshorns.

Die Moderation übernahm Beate Raudies, Landtagsabgeordnete und Beisitzerin im Elmshorner SPD-Vorstand, die Geschenke überreichte Ernst Dieter Rossmann, Bundestagsabgeordneter und Elmshorner SPD-Chef. Blumen verteilte er und eine ganze Kiste Äpfel: Die soll Britta Ernst in ihrem Ministerium für die Mitarbeiter auslegen.

„Rechtspopulistisches Gedankengut wie bei Pegida“ lehnten Ernst und Hatje in ihren Reden ab, und beide lobten ihre eigene Schulpolitik. Der Bürgermeister verwies darauf, dass in diesem Jahr „wirklich“ die Erich Kästner Gemeinschaftsschule (KGSE) fertig und mit der Sanierung der Anne-Frank-Schule das letzte große Schulbauprojekt in der Stadt angegangen werden soll; sofern nicht neue Anforderungen aus Kiel weitere Umbauten nötig machen.

Für die Investitionen der Schulträger forderte Hatje ein neues Förderprogramm des Landes; und zwar eins, das keine günstigen Darlehen bietet, sondern echte Zuschüsse. Das hätte Elmshorn viele Millionen an Schulden ersparen können, allein der KGSE-Neubau wird auf 36 Millionen Euro taxiert.

 Elmshorns SPD-Vorsitzender Ernst Dieter Rossmann schenkte Bildungsministerin Britta Ernst eine Kiste Äpfel aus der Seestermüher Marsch. (Foto: J. Roolfs)
Elmshorns SPD-Vorsitzender Ernst Dieter Rossmann schenkte Bildungsministerin Britta Ernst eine Kiste Äpfel aus der Seestermüher Marsch. (Foto: J. Roolfs)
 

Diese Bälle Hatjes ließ Ministerin Ernst weitgehend unbeachtet. Sie lobte Elmshorn für das Ziel, 60 Prozent der Kinder unter drei Jahren einen Krippenplatz anzubieten; aber zum Thema Finanzen meinte sie nur: „Wir hätten alle gern mehr Geld und Mittel.“

In der zweiten Hälfte der Kieler Wahlperiode will Ernst sich um neue Medien im Unterricht kümmern, sie kündigte einen 200.000 Euro schweren Wettbewerb für Schulen an, der Konzepte dafür zutage fördern soll. Eine Institution nach dem Vorbild der Hamburger Jugendberufsagentur soll dazu beitragen, dass mehr junge Leute nach der Schule in eine Ausbildung kommen.

In Elmshorn ist 2015 „der Stadtumbau nicht mehr aufzuhalten“, stellte Hatje klar: Der Standort fürs neue Rathaus steht fest – südlich vom Buttermarkt –, die Abrissarbeiten beim Kibek-Hochhaus haben bereits angefangen, die Parkpalette am Südufer wird abgebrochen.

 Aber es gibt auch noch offene Themen, Bürgermeister Volker Hatje nannte die Knechtschen Hallen und die Klostersande. Damit die Stadt weiter wächst, sollen Wohnungen gebaut und Bauplätze für Einfamilienhäuser ausgewiesen werden.

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