Elmshorn : Neufeldt neuer CDU-Fraktionschef

Immo Neufeldt
Immo Neufeldt

Elmshorns Fraktionsvorsitzender hofft jetzt auf einen Neuanfang. Doch bei der Sitzung gab es schon wieder Zoff.

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10. Juli 2014, 10:00 Uhr

Elmshorn | Die Elmshorner CDU-Fraktion hat einen neuen Vorsitzenden: Immo Neufeldt wurde zum Nachfolger von Christian Saborowski gewählt. Doch ein Schlussstrich unter die monatelangen Querelen der Christdemokraten ist das nicht. Erneut gab es Zoff bei der Sitzung.

„Es liegt eine Menge Arbeit vor uns. Es muss schnell wieder Ruhe und Frieden in die Fraktion kommen“, sagte Neufeldt gestern dieser Zeitung. Saborowski hatte vor einer Woche im Streit außer dem Fraktionsvorsitz auch den Parteivorsitz niedergelegt und die Fraktion verlassen. Der Grund: Er fühlte sich von seinem Vorgänger, Andreas Hahn, und einigen von dessen Getreuen „konsequent gemobbt“. Hahn war Saborowski im Juni 2013 bei der Wahl zum CDU-Fraktionschef mit 4:8 Stimmen unterlegen. Seitdem hatte er Saborowski unter anderem während einer Sitzung des Kollegiums attackiert.

Acht von elf Fraktionsmitgliedern gaben Neufeldt ihre Stimme, zwei stimmten mit nein, eine Stimme war ungültig. Offenbar zu wenig für Neufeldt. Der soll nach Schilderungen von Sitzungsteilnehmern mehrere Minuten den Raum verlassen haben, um sich zu überlegen, ob er die Wahl annehmen werde. Er tat es schließlich.

Zuvor sollen nach Informationen dieser Zeitung Hahn und Nicolas Sölter, nach Saborowskis Rücktritt amtierender Stadtverbandschef, lautstark aneinandergeraten sein. Hahn soll die Teilnahme Sölters an der Sitzung nicht gepasst haben. Da Sölter sich nicht des Raumes verweisen ließ, kündigte Hahn nach Informationen dieser Zeitung an, Sölter bei dessen geplanter Kandidatur zum Stadtverbandschef nicht zu unterstützen. „Es war gespenstisch“, so ein CDU-Politiker.

Immo Neufeldt wollte dazu keine Stellung nehmen: „Ich kommentiere die Vergangenheit nicht. Das müssen wir alles intern aufarbeiten.“ Er sagte aber auch: „Wir brauchen wieder eine bessere Stimmung in der Truppe.“ Auch zu der Frage, ob er versuchen wolle, Saborowski wieder in die Fraktion zu holen, sagte er nichts.

Der neue Fraktionschef will die Sommerpause nutzen, um die Fraktion neu aufzustellen. „Ich sehe mich dabei eher als Cheftrainer. Ich muss nicht alles selbst machen.“ Seine Fraktionskollegen seien alle über 18, die wüssten, was sie könnten und wofür sie stünden. „Man muss sie nur wieder dazu bekommen, dass alle für das Ganze arbeiten. Teambuilding und Transparenz sind jetzt das Wichtigste.“ Dass das alles andere als einfach wird, räumt Neufeldt ein. „Aber solange ich Spaß an der Aufgabe habe, mache ich das“, sagt er.

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