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Elmshorner Nachrichten

19. Oktober 2017 | 19:22 Uhr

Elmshorn : Neues Wohnquartier in der City

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der Unternehmer Semmelhaack investiert auf dem ehemaligem Autohaus-Gelände, das zuvor seit 1866 Sitz der Lederfabrik Bielefeldt war.

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2014 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Der Wohnungsmarkt in Elmshorn nimmt Fahrt auf. Als großer Investor ist abermals Theodor Semmelhaack zum Zug gekommen. Der Immobilienunternehmer bereitet sein viertes laufendes Groß-Projekt in der Krückaustadt vor. Auf dem Gelände mit den Häusern und Hallen an der Mühlenstraße 33 bis 37 wo früher das Deutsche Rote Kreuz Altkleider ausgab, Renaulthändler Kreysch Autos verkaufte und reparierte sowie im Haus der Blickfang Tattoo Manufaktur untergebracht war, sollen in Kürze auf mehr als 3500 Quadratmetern Wohnungen entstehen. Diesen Coup bestätigte das Unternehmen auf Anfrage dieser Zeitung.

„Das Immobilienunternehmen Semmelhaack denkt über eine wohnwirtschaftliche Nachnutzung des Geländes nach“, sagte Hartmut Thede, Pressesprecher und Projektleiter im Elmshorner Unternehmen. Einzelheiten zum Vorhaben wollte Thede nicht preisgeben. Nur soweit: Man stecke in den Anfängen einer Überplanung.

Nach Informationen dieser Zeitung gab es bereits im Vorwege des Kaufs der Grundstücke etliche Hürden zu nehmen. Einerseits waren mehrere Käufer an dem DRK-Haus interessiert. Letztlich entschied der Preis über den neuen Eigentümer.

Andererseits führten Fragen im Wegerecht zu Diskussionen. Denn die ehemals offen zugängliche Querung zwischen Mühlenstraße und Bauerweg, die direkt am ehemaligen DRK-Haus vorbeiführte, ist derzeit geschlossen. Bei einer Neubebauung des Geländes soll diese wieder geöffnet werden. Die Anwohner und Eigentümer der betroffenen Grundstücke und Wohnungen (etwa ein Dutzend) müssen die Sperre wieder zurückbauen, da Wegerechte im Grundbuch eingetragen seien.

Das geplante Wohngebiet könne so beidseitig sowohl aus dem Bauerweg wie auch Mühlenstraße mit Kraftfahrzeugen angefahren werden. Ein planerischer Vorteil in der beengten City.

Auch geklärt ist die Frage nach einer möglichen Bodenkontaminierung seitens früherer Lederfabriken oder der ehemaligen Autowerkstatt. Nach Untersuchungen von Proben aus dem Grund seien keine nennenswerten Belastungen gemessen worden.

Aktuell baut Unternehmer Semmelhaack am Sandberg ein neues Quartier. Im und um das ehemalige Kibek-Hochhaus entsteht ebenfalls neuer Wohnraum sowie am Sportplatz Holsatia auf Kaltenweide. Wann mit dem Abriss der Häuser und Hallen begonnen wird, steht noch nicht fest. Fest stehe, dass dort an der Mühlenstraße bei Semmelhaacks viertem aktuellen Bauvorhaben in Elmshorn keine Sozialwohnungen entstünden.

Elmshorn war einmal eine von der Lederindustrie geprägte Stadt.So arbeitete 1933 etwa jeder dritte Arbeitnehmer der Elmshorner Industrie in einer Lederfabrik (insgesamt mehr als 900 Personen). In der Mühlenstraße waren mehrere Betriebe angesiedelt, unter anderem seit 1866 die Lederfabrik Johann Bielefeldt im Bereich Mühlenstraße 37. Sie ist einer der ältesten, kleinsten  und langlebigsten Betriebe und wird schon im Protokoll der Gründungsversammlung der „Vereinigten Gerbereibesitzer und Lederzurichter zu Elmshorn“ vom 31. März 1890 unter 31 Mitgliedern aufgelistet, zu denen auch spätere Branchengrößen wie Knecht  (Erbauer der Knechtschen Hallen) , Rostock, Schmidt (später Metzger) und Strecker (Erbauer der Markthalle) gehörten. Und: Die Fabrik wird 1955 neben Lütje (Flamweg, geschlossen 1992) und Metzger (Kaltenweide, geschlossen 1963) als eine der drei letzten ihrer Art in Elmshorn aufgeführt.
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