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Elmshorner Nachrichten

23. Oktober 2017 | 12:08 Uhr

Elmshorn : Neues Leben auf alter Brache

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Das Wohnquartier am Henry-Dunant-Ring könnte Vorbild für weitere Bauvorhaben sein. Semmelhaack investierte 30 Millionen Euro.

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2015 | 09:46 Uhr

Elmshorn | Es ist das größte Elmshorner Bauprojekt der vergangenen Jahrzehnte: Das Quartier „Henry-Dunant-Ring“. Innerhalb eines Jahres hat die Immobilien-Firma Semmelhaack für 30 Millionen Euro insgesamt 226 Wohneinheiten gebaut. „Nach dem Schleusengraben ist der Henry-Dunant-Ring das nächste große innerstädtische Wohnprojekt in Elmshorn“, sagt Bürgermeister Volker Hatje. „Es ist gelungen, eine alte Brache mit Leben zu füllen.“

Das Besondere ist aber nicht nur die Größe, sondern vor allem der Modellcharakter des Projekts: Seit Anfang September leben am Henry-Dunant-Ring Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Die Paritätische Pflege ist direkt vor Ort angesiedelt und steht den Anwohnern 365 Tage im Jahr zur Verfügung, um Unterstützung jeglicher Art zu leisten. So können Menschen mit Behinderungen, Krankheiten oder altersbedingten Problemen in eigenen Wohnungen leben und haben trotzdem jederzeit Zugang zu Hilfe.

Das Herzstück der Anlage mit neun Mehrfamilienhäusern ist das sogenannte Kernhaus, in dem 16 junge Menschen mit Behinderung leben. Sie gehören zum Verein Selbstbestimmtes Wohnen, der das Bauunternehmen Semmelhaack und die Paritätische Pflege an einen Tisch geholt hat. Dort gibt es auch einen Gemeinschaftsraum, in dem sich an bestimmten Tagen alle Bewohner des Quartiers zu Spiele- und Filmabenden oder Kaffee-Nachmittagen treffen können.

Für Bürgermeister Hatje ist das Quartier ein „Projekt mit Modellcharakter für ganz Schleswig-Holstein, das ein Vorbild für viele andere Bauunternehmungen sein wird.“ Möglicherweise werde ein ähnliches Konzept sogar auf dem ehemaligen Kibek-Areal umgesetzt. Auch dort baut Semmelhack. Geplant sind 156 neue Wohnungen in dem zu sanierenden Hochhaus und in weiteren Neubauten.

An eine Sanierung war nicht zu denken

Auf dem 26.000 Quadratmeter großen Grundstück am Henry-Dunant-Ring stand früher das Alten- und Pflegeheim „Haus Elbmarsch“. Der barocke Bau von 1920, der vielen Elmshornern ans Herz gewachsen war, war nicht mehr zu retten. Die Substanz war zu schlecht, an eine Sanierung nicht zu denken.

Heute gibt es hier 209 Geschosswohnungen und 17 Reihenhäuser, wobei 80 Wohneinheiten öffentlich gefördert werden. In dem Quartier leben Singles und junge Familie ebenso wie ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen. Mittlerweile haben am Henry-Dunant-Ring sogar zwei Flüchtlingsfamilien ein neues Zuhause gefunden.

Das Quartier ist das größte von vielen Wohnprojekten, die in den kommenden drei Jahren noch folgen werden. Insgesamt entstehen bis 2018 in Elmshorn noch 770 Wohnungen zusätzlich zu den 226 Wohnungen am Henry-Dunant-Ring. Die Bauunternehmen investieren dafür mehr als 100 Millionen Euro. Einige dieser Projekte werden wir in den nächsten Tagen näher beleuchten.

 

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