Neues Gehege für wilde Gäste

Thomas Erdmann  zeigt den neuen Stargast. Rehkitz Rudi ist erst eine Woche alt.
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Thomas Erdmann zeigt den neuen Stargast. Rehkitz Rudi ist erst eine Woche alt.

4310-Euro-Spende: Mit Unterstützung der Bürgerstiftung Helms kann die Wildtierstation in Sparrieshoop neue Volieren anschaffen

shz.de von
12. Juni 2014, 16:00 Uhr

Die finanzielle Situation ist relativ einfach zu überblicken: Mit einer Grundfinanzierung vom Geld der Tierschutzstiftung „Vier Pfoten“ kann die Wildtierstation in Sparrieshoop nun seit fast zwei Jahren ihre laufenden Kosten decken – mehr aber auch nicht. Bei jeder Anschaffung, die die Einrichtung um Thomas und Katharina Erdmann tätigen muss, ist sie auf Spenden angewiesen.

Für drei neue Volieren gab die Bürgerstiftung Bruno Helms aus Halstenbek 2660 Euro. In den Gehegen aus Metall leben im Moment Eichhörnchen, Steinmarder und ein Stinktier – dieses trägt den prominenten Namen „Klitschko“. Durch die Presse sei man auf die Einrichtung aufmerksam geworden, so Annemargret Helms, die mit weiteren Vertretern der Stiftung und Thomas und Katharina Erdmann die neuen Gehege einweihte. Helms’ Vater, ein Halstenbeker Unternehmer, dessen Namen die Stiftung trägt, sei sehr tierlieb gewesen, verriet Annemargret Helms gegenüber Stationsleiter Thomas Erdmann – die Spende ganz in seinem Sinne. Von der Arbeit der Wildtierstation waren die Besucher aus Halstenbek so beeindruckt, dass sie kurzerhand noch einmal 1650 Euro für eine weitere Voliere zur Verfügung stellten.

Etwa 150 Tiere leben laut Erdmann derzeit in der Wildtierstation. Viele sollen – sobald sie aufgepeppelt sind – wieder in die freie Wildbahn. Nur wenige müssen für immer bleiben. „Die Tiere kommen aus ganz Schleswig-Holstein, Hamburg und auch dem südlichen Teil Niedersachsens“, so Erdmann. In einer ehemaligen Weihnachtsbaumzucht auf dem 2,5 Hektar großem Gelände der Einrichtung stehen die neuen Volieren.

Der derzeitige Stargast in der Einrichtung ist Rehkitz Rudi. Er ist erst eine Woche alt. Vor ein paar Tagen hat ihn ein Jäger aus dem Kreis Pinneberg in die Station gebracht. Seine Mutter wurde bei einem Autounfall getötet. Wenn alles gut läuft, kann das Tier im September wieder in die freie Wildbahn. So niedlich das Rehkitz auch ist: „Er ist ein teurer Gast“, sagt Erdmann. Der Liter Ziegenmilch für Rudi koste 2,20 Euro. „90 Prozent der Tiere sind aus nicht natürlichen Ursachen hier“, so Thomas Erdmann. Oft seien es Autos, Windräder und besonders häufig Stacheldrahtzäune, die Ursache für die Verletzungen der Tiere sind.

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