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Elmshorner Nachrichten

18. August 2017 | 07:52 Uhr

Elmshorn : Neuer Treffpunkt für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Das Willkommensteam sucht weiter Helfer. Die Renovierung des neuen Domizils übernimmt der Verein.

Elmshorn | Elmshorn Das Willkommensteam bekommt einen eigenen Treffpunkt. Das hat jetzt der Sozialausschuss beschlossen. Zu diesem Zweck mietet die Stadt für mindestens fünf Jahre Räume in der Mühlenstraße 8 an. In der ehemaligen Ladenfläche von „Betten Pape“ will das Willkommensteam  an zunächst drei Tagen in der Woche das „Mühlencafé “ betreiben. Dabei handelt es sich um einen Treffpunkt für Flüchtlinge und Elmshorner, in dem außerdem die regelmäßigen Sprechstunden des Vereins stattfinden sollen. Bislang bietet das Willkommensteam die Sprechstunden in einem Nebengebäude des Rathauses an, doch diese Räumlichkeiten sind sehr beengt und kaum für die Vorstandssitzungen ausreichend. 

Die Politiker begrüßen die Einrichtung des Treffpunkts. Das Willkommensteam leiste eine wichtige Arbeit und der Vorstand sei extrem engagiert und professionell. Allerdings bereitete die Vertragslaufzeit von fünf Jahren den Fraktionen „Bauchschmerzen“. Falls die Flüchtlingszahlen weiter zurückgingen, trüge die Stadt das Risiko, erklärte Stephanie Pieper (CDU). 

Da der Vermieter aber auf die Laufzeit besteht und  Dirk Moritz zusicherte, die Stadt fände für eine derart zentrale Immobilie immer eine Nutzung, stimmten schließlich alle einstimmig für die Bereitstellung der Miete. Die Vorsitzende des Willkommensteams, Antje Thiel, ist sich aber sicher, dass das Thema Integration die Stadt „noch lange“ beschäftigen werde.

 Raum für Flüchtlingsarbeit

Im geplanten „Mühlencafé“ des Willkommensteams sollen sich Flüchtlinge und alteingesessene Elmshorner besser kennenlernen. „Hier können die Menschen unverbindlich miteinander in Kontakt kommen“, sagt Willkommensteam-Chefin Antje Thiel. Durch die aktuelle politische Lage und die damit verbundene Stagnation in den Flüchtlingszahlen hätten viele Menschen das Gefühl, Hilfe sei nicht mehr benötigt.

„Aber wir haben immer noch viele Flüchtlinge auf unseren Wartelisten, die sich eine Unterstützung wünschen“, sagt Thiel. „Und die Flüchtlingszahlen könnten durch neue Fluchtrouten schnell wieder ansteigen.“ Viele Menschen schreckten vor der Verantwortung der persönlichen Betreuung zurück und wollten lieber punktuell helfen. „Hier ist das Café eine gute Möglichkeit, sich kennenzulernen oder einfach mal einem Kind bei den Hausaufgaben zu helfen.“ Abgesehen davon benötigt das Willkommensteam einfach größere Räumlichkeiten für seine Arbeit. Die bisherigen Örtlichkeiten an der „Alten Pizzeria“ reichen laut Thiel kaum für die Sitzungen des neunköpfigen Vorstands aus, geschweige denn für die regelmäßigen Sprechstunden, die häufig von über 30 Personen besucht werden.

Beim Willkommensteam war die Freude über die Zusage der Politik groß. Mit dem Thema „Treffpunkt“ hat sich der Verein seit Dezember beschäftigt. Als die Politik selber eine Lösung für das Platzproblem in der „Alten Pizzeria“ vorschlug, wurden die Planungen konkreter. In den Räumlichkeiten an der Mühlenstraße stehen dem Willkommensteam jetzt 200 Quadratmeter zur Verfügung. Die Immobilie ist allerdings sehr sanierungsbedürftig. Das Willkommensteam übernimmt aber alle Arbeiten, wie etwa die Installation einer Küchenzeile und neuer sanitärer Anlagen oder die Einrichtung einer Spiel- und Sitzecke, aus Spendengeldern. Im Keller soll es Lagerraum für die Fahrrad-AG geben, die alte Fahrräder wieder fahrtüchtig macht.

Die Miete zahlt die Stadt zunächst aus der Integrations- und Aufnahmepauschale, die das Land der Stadt für jeden Flüchtling ohne Aufenthaltsstatus zahlt. Falls die Pauschale aber demnächst durch die geplante Beschleunigung der Anerkennungsverfahren wegfallen sollte, würde die Stadt die Mietkosten in den Haushalt einstellen.

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erstellt am 22.Apr.2016 | 15:00 Uhr

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