Neuer Kanal nach 107 Jahren

Martin Röseke an der Baustelle in der Kirchenstraße. Das blaue Rohr wird ein Teil des neuen Regenwasserkanals mit einem beachtlichen Durchmesser von 300 Millimetern. Rechts unten, bereits halb verbuddelt, ist ein Teil des neuen Schmutzwasserkanals zu erahnen.
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Martin Röseke an der Baustelle in der Kirchenstraße. Das blaue Rohr wird ein Teil des neuen Regenwasserkanals mit einem beachtlichen Durchmesser von 300 Millimetern. Rechts unten, bereits halb verbuddelt, ist ein Teil des neuen Schmutzwasserkanals zu erahnen.

Kirchenstrasse Stadt investiert 370 000 Euro in getrennte Systeme / Arbeiten sollen bis 8. August abgeschlossen werden

shz.de von
03. Juni 2017, 16:01 Uhr

Nach 107 Jahren wird der Mischwasserkanal in der Elmshorner Kirchenstraße außer Betrieb genommen. Die Kanalarbeiten der Stadtentwässerung liegen
gut im Zeitplan. Das teilte die Stadt gestern mit. Die Maßnahme ist, dank der Einführung eines Trennsystems, nicht nur ein Beitrag zum Umweltschutz, sondern wird auch bei extremen Niederschlägen zuverlässig Schmutz- und Regenwasser
ableiten. „Der alte Mischwasserkanal ist marode“, erklärt Straßenbauermeister Martin Röseke, der für die Maßnahme an der Kirchenstraße verantwortlich ist. Außerdem entspricht die gemeinsame
Ableitung von Schmutz- und Regenwasser längst nicht mehr den geforderten Standards. Denn das sogenannte Mischwasser musste zum Klärwerk nach Hetlingen gepumpt werden, obwohl reines Regenwasser direkt in die Krückau fließen könnte. „Mit der Trennung helfen wir so der Umwelt“, sagt Röseke. „Schicken wir nur noch das Schmutzwasser nach Hetlingen, wird das Klärwerk insgesamt entlastet“.

Und genau das ist der Plan: Künftig wird das Regenwasser aus der Kirchenstraße über das Kanalnetz direkt in die Krückau geleitet. Auch in Sachen Klimawandel und der damit verbundenen Gefahr von extremen Niederschlägen wird die Kirchenstraße künftig gut gerüstet sein. während der alte Mischwasserkanal einen Durchmesser von 250 Millimetern hatte, wird allein der Schmutzwasserkanal künftig dieses Maß aufweisen, hinzu kommt ein Regenwasserkanal mit insgesamt 300 Millimetern Durchmesser.


Arbeiten der Stadtwerke sind fertig


Die große Dimensionierung hat auch einen weiteren Grund: „Die Kirchenstraße ist weitestgehend versiegelt, das Wasser hat kaum eine Chance, zu versickern“, betont Röseke. Ein Drittel des neuen Kanals ist bereits verlegt. Laut Röseke liege man „gut im Zeitplan“, womöglich – zumindest, wenn es nun keine Überraschungen mehr gibt – könnte die Baustelle nicht nur pünktlich, sondern sogar etwas früher als geplant abgeschlossen werden.

„Derzeit gehen wir davon aus, am 8. August fertig zu sein“, sagte Röseke. Dann wird die Straße noch eine neue Asphaltdecke erhalten haben und auch die Parkplätze werden wiederhergestellt sein.

Längst fertig sind auch die Arbeiten der Stadtwerke Elmshorn, die neue Wasser- und Stromleitungen sowie Lichtwellenleiter verlegt haben. Dank der Kooperation werden Kosten gespart und die Straße muss nur einmal aufgerissen werden.

Apropos sparen: Der alte Mischwasserkanal wird im Erdreich verbleiben, zuvor jedoch intensiv gereinigt und dann verfüllt werden – das ist erheblich günstiger, als ihn abzureißen. Dennoch investiert allein die Stadtentwässerung hier auf 120 Metern Länge 370  000 Euro.

Auch in den kommenden Jahren wird es bei der Stadtentwässerung viel zu tun geben. Nicht nur müssen etliche Mischwasserkanäle getrennt werden: Mit dem Stadtumbau West stehen wahre Mammutprojekte an. „Wir suchen daher intensiv nach einer Sachgebietsleitung Technik, die Projekte koordinieren kann, und einem Bauleiter, der Projekte wie an der Kirchenstraße
übernehmen kann“, sagt Joachim Grafe, Leiter der Stadtentwässerung.

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