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Traditionssegler aus Elmshorn : Neuer Fahrgast-Rekord der „Gloria“

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Mehr als 650 Menschen an Bord des alten Ewers. Nächstes Jahr (fast) keine Fahrten mehr zum Krückausperrwerk wegen Verschlickung.

Elmshorn | Im vergangenen Jahr hat der 118 Jahre alte Ewer „Gloria“ mit rund 600 Fahrgästen und 59 Fahrten einen Rekord eingefahren, in diesem Jahr setzt der Förderverein noch einen drauf. „Wir haben über 650 Fahrgäste mitgenommen und sind 70-Mal rausgefahren“, berichtet der Vorsitzende Ulrich Grube.

Die „Gloria“ ist vor Kurzem zum letzten Mal in diesem Jahr auf der Krückau unterwegs gewesen. Und zwar aus einem besonderen Grund: „Wir waren bei der Hafeneinweihung in Wedel“, sagt Grube. Im nächsten Jahr wird die „Gloria“ insgesamt für drei Wochen im neuen Anleger für Oldtimer liegen und Fahrten auf der Elbe anbieten. „Die Leute dort freuen sich, so ein altes Schiff dort liegen zu haben“, erklärt er. „Bis jetzt werden auch noch keine Segeltouren auf der Elbe von Wedel aus angeboten.“

Während Wedel also als neues Ziel für die kommende Saison in den Terminkalender der „Gloria“ aufgenommen wird, streicht der Förderverein eine andere Tour fast vollständig. „Fahrten von Elmshorn zum Krückau-Sperrwerk und wieder zurück müssen wir nächstes Jahr aufgeben“, sagt Grube. Das liege an der Verschlickung der Krückau. Das Zeitfenster, in dem die „Gloria“ fahren kann, sei einfach zu eng geworden. „Wir kommen während des selben Hochwassers einfach nicht mehr hin und zurück.“

Zwar ist es bei höheren Wasserständen immer noch möglich, die Strecke rechtzeitig zu schaffen. „Aber das wissen wir immer erst am Tag selber und ich kann ja nicht das Risiko eingehen, meine Fahrgäste wieder wegschicken zu müssen.“ Dennoch: Bei der ersten Fahrt in der kommenden Saison, die traditionell am 1. Mai stattfindet, wird es wohl noch einmal zum Sperrwerk gehen, denn dann wird die Krückau aufgestaut und die Wasserhöhe ist auf jeden Fall ausreichend. „Und auch beim Elmshorner Hafenfest werden wir Fahrten auf der Krückau anbieten“, sagt Grube.

Viele Ziele in 2016

Ansonsten können Fahrgäste die Krückau auf Touren nach Itzehoe, Wedel, Glückstadt, Stade oder Uetersen erleben – nur eben immer nur auf einer Strecke. Welche Strecke am beliebtesten ist, weiß Grube selber nicht ganz genau. „Aber gerade um die Fahrten nach Uetersen reißen sich die Leute immer. Das ist eine bildschöne Strecke, über die Krückau, die Pagensander Nebenelbe und die Pinnau. Und die historische Klevendeicher Drehbrücke ist dann natürlich ein ganz besonderes Erlebnis.“

Jetzt, in der Wintersaison, bleibt die „Gloria“ im Elmshorner Hafen. Der Förderverein will sie für die nächste Saison wieder fit machen – allerdings nur oberhalb der Wasserlinie. Schließlich war sie erst vor einem Jahr auf der Glückstädter Slipanlage. Außen bekommt der alte Ewer einen Neuanstrich, außerdem müssen die Luken und andere Teile aus Holz überarbeitet, der Großbaum und der Klüverbaum geschliffen und gestrichen werden. „Wo es möglich ist, nehmen wir die Teile ab und arbeiten sie in der Museumswerft auf“, sagt Grube.

Jeden Mittwoch treffen sich dort einige engagierte Mitglieder des Fördervereins ab 10 Uhr für einige Stunden. „Das ist ein idealer, handwerklicher Job für alle, bei denen die Rente in Sichtweite ist“, sagt Grube. „Wir suchen immer nach neuen Helfern, freuen uns aber auch über Leute, die in der Crew mitfahren wollen.“ In der Wintersaison bietet der Förderverein Seminare für Neulinge an. Vorwissen ist nicht erforderlich, auch absolute Segel-Laien sind willkommen. „Für vieles reicht der gesunde Menschenverstand und bei allem anderen können wir helfen“, erklärt Grube.

Richtig junge Mitglieder gebe es nur sehr selten, für Menschen, die noch voll im Beruf oder in der Ausbildung stehen und auch noch eine Familie haben, sei der Zeitaufwand einfach zu hoch. „Aber bei wem die Kinder aus dem Haus sind und wer nach einer handfesten Beschäftigung sucht, für den ist das einfach ein ideales Hobby. Und man kann sich ja langsam herantasten.“

Für die notwendigen Reparaturen ist der Verein nach dem erfolgreichen Jahr finanziell gut aufgestellt, es konnten Rücklagen gebildet werden. Die Termine für die öffentlichen Fahrten im Jahr 2016 werden voraussichtlich im Februar bekannt gegeben.

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erstellt am 02.Nov.2015 | 10:00 Uhr

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