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Elmshorn : Neue Werbeträger im Gewerbegebiet Süd

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Fiberglas-Tiere werden im Elmshorner Gewerbegebiet Süd aufgestellt. Weitere Esel können geordert werden.

Elmshorn | „Amanda“ hat ein goldenes Mikrofon vor dem geöffneten Maul, ihr Kollege Ede trägt ein rotes Blinklicht auf dem Kopf, ein anderer vier gelbe Gummistiefel an den Hufen, „Waldemar“ ist von Schülern der Raboisen-Schule gestaltet worden. 15 bunte Esel sind auf dem Holstenplatz aufgebaut, sie dienen ab heute als Werbeträger für das Elmshorner Gewerbegebiet Süd, den „Grauen Esel“ und sollen bald in ganz Elmshorn als Sympathieträger aufgestellt werden.

Stadtmarketing und Werbegemeinschaft Grauer Esel (WGGE) haben sich für diese Aktion zusammengetan. Stadtmanagerin Manuela Kase lieferte die Idee. Kase studierte neben ihrem Elmshorner Marketing-Job Kunst und entwickelte die Idee, Marketing und künstlerische Gestaltung der Esel-Figuren zu verbinden.

Auf dem Holstenplatz hat das Stadtmarketing Liegestühle aufgebaut, per Lautsprecher erklären Kase und Ralf Götzenberger, Leiter der Modern Music School im Gewerbegebiet und Vorsitzender der WGGE, die einzelnen Figuren. Ein Steuerberater hat sein Tier mit Paragrafen verziert, ein Autohändler eine Hafenszene aus den 1960ern inklusive Klostersande auf eine Flanke malen lassen.

Um 12 Uhr rollen große Anhänger vor und Radfahrer sammeln sich: Im Konvoi aus drei Autos und rund 60 Fahrrädern werden die bunten Esel zum Cineplex-Parkplatz gebracht. Der ist abgesperrt: 16 Food Trucks und eine Bühne stehen dort, um die Willkommensparty für die Esel bis in den Abend zu feiern. Mehr als 5000 Besucher feiern den Nachmittag und Abend über mit, schätzt Götzenberger, mehrere Food Trucks sind am Ende ausverkauft.

Die neuen Imbisswagen

Food Trucks sind die moderne, noble Variante des Imbisswagens. Die Köche in den Transportern setzen auf Qualität und Spezialitäten. Sie bieten Burritos an – mexikanische, gefüllte Teigtaschen –, Spanferkel aus der Region, „California Cooking“, Piroggen, Sushi oder Veganes Fastfood. „Besser als ’ne olle Bratwurst“ findet Saskia Sünkens, die das Sandwich mit Kokos-Hähnchen für 6,50 Euro gemeinsam mit ihrer Freundin Anja Grünwald kostet: „Wir haben uns etwas Deftiges als Mittagessen gesucht“, erklärt die junge Frau.

Am Stand „Taste of Seoul“ probieren sich Barbara und Friedhelm Schmidt aus Elmshorn durch koreanische Spezialitäten: „super lecker“, findet Barbara Schmidt das. Frittierte Avocadostreifen, Teigtaschen mit Lauchfüllung, Sushi mit Speckfüllung, diverse Soßen stehen in Schälchen vor den beiden auf dem runden Stehtisch. „Es kostet ein bisschen mehr, ist aber etwas Besonderes“, urteilt Barbara Schmidt. Ihr Mann betrachtet das koreanische Fastfood als Vorspeise: „Mindestens noch eine Station“ will er anlaufen.

Um 15 Uhr startet das Bühnenprogramm, gestaltet von der Modern Music School. Insgesamt 90 Musikschüler und Dozenten stehen bis 21 Uhr auf der Bühne. 13 Bands spielen, Jan Jochimsen tritt mit seiner „Gruufboxx“ auf, die aus zehn Cajons plus Begleitinstrumenten besteht, und animiert mit kleinen Shakern zum Mitmachen. Zum Abschluss spielt er mit seinem Bruder Dirk Rock aus den 1980ern und 90ern.

Die 15 Esel werden in den kommenden Tagen bei den Sponsor-Firmen mit 200 Kilo schweren Betonsockeln aufgestellt und sollen dann Sturm und Kletteraktionen trotzen. „Die sind immer zum Anfassen“, hatte Ralf Götzenberger schon auf dem Holstenplatz betont. Die kleine Herde soll nur die Vorhut sein. Im zweiten Schub kann jedermann einen Fiberglas-Esel bestellen und gestalten; einzige Bedingung: Er muss in Elmshorn oder im Umland aufgestellt werden. Stadtmanagerin Manuela Kase hat schon fünf Anfragen von Firmen aus der Innenstadt vorliegen, die bunte Esel haben wollen.

Zur Geschichte der Esel verweist Ralf Götzenberger auf Ernst-Friedrich Baumer, der als Talkline-Gründer einen erheblichen Anschub für die Erschließung des Gewerbegebiets „Grauer Esel“ lieferte. Er gab bei der Hamburger Künstlerin Karin Hertz eine Esel-Skulptur in Auftrag, die heute zwischen McDonald’s und Cineplex steht. Sie zeigt einen schreienden Esel: „Das ist ein brünftiger Esel, der buhlt um die Gunst der Innenstadt“, erklärt Götzenberger die Symbolik. Damit griff Baumer die alte Rivalität zwischen Innenstadt und Gewerbe auf der „grünen Wiese“ auf.
Für ihre bunten Esel orientierten sich die Initiatoren an dieser Skulptur, veränderten ihren Ausdruck allerdings ins Freundliche. Den Gedanken, Gewerbegebiet und City miteinander zu versöhnen, griffen sie auf: Den Konvoi aus Autos und Fahrrädern bezeichnete Stadtmanagerin Manuela Kase als „Eselsbrücke“ vom Grauen Esel in die Innenstadt.
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erstellt am 13.Jun.2016 | 12:45 Uhr

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