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Migranten in Elmshorn : Neue Wege des Miteinanders

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Awo, Stadt und VHS beteiligen sich an landesweitem Projekt für Zuwanderer. Noch können Migranten mitmachen.

shz.de von
erstellt am 11.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Etwa jeder Fünfte, der in Elmshorn lebt, stammt ursprünglich aus dem Ausland. Wie viele Menschen mit einem Migrationshintergrund genau an der Krückau leben, ist nicht zu erfassen – viele von ihnen haben schon seit Jahrzehnten die deutsche Staatsangehörigkeit oder sind sogar hier geboren.

Fest steht aber: Es kommen weitere Zuwanderer in die Stadt, nicht nur aktuell Flüchtlinge aus Syrien oder Lehrstellen suchende Jugendliche aus Spanien. Damit sich alle in ihrer neuen Heimat schneller und besser zurechtfinden, gibt es unter anderem die Koordinierungsstelle Integration der Stadt, aber auch seit fast zehn Jahren an der Volkshochschule (VHS) Deutschkurse für Zuwanderer. 120 bis 130 Ausländer pro Jahr nehmen daran teil.

Jetzt beschreiten die Koordinierungsstelle und die VHS in Elmshorn gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) des Landes einen weiteren Weg zur Integration der Zuwanderer: Das Awo-Teilhabeprojekt Schleswig-Holstein. Dabei geht es darum, Zuwanderer, die sowohl ihre Muttersprache wie auch Deutsch gut beherrschen, acht Wochen lang an acht Abenden und drei ganzen Wochenendtagen so zu schulen, dass sie besser am gesellschaftlichen und politischen Leben teilhaben können. Später sollen die Teilnehmer dann ihr neu erworbenes Wissen an andere Zuwanderer weiter geben.

Bei der Schulung geht es darum, wie man sich in Kindertagesstätten, Schulen, Parteien oder Vereinen einbringen und engagieren kann oder auch um Fragen des Gesundheitssystems, der Öffentlichkeitsarbeit oder der Veranstaltungsorganisation.

An dem von Bund und Land finanzierten Projekt vom 20. Februar bis 3. April können noch Migranten kostenlos teilnehmen. Anmeldungen nimmt Ute Köhler (VHS) unter der Telefonnummer (0 41 21) 23 13 93 entgegen.

„Das ist nicht Integration von oben“, lobt Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje das Projekt. Die Kurse sind bereits im vergangenen Jahr erfolgreich unter anderem in Norderstedt, Wedel und auch Glückstadt über die Bühne gegangen.

Der Bürgermeister hält verstärkte Anstrengungen bei der Integration – auch von Seiten der Stadt – für unerlässlich, denn allein die Flüchtlingszahlen, so Hatje, „werden sich dieses Jahr verdoppeln“. Es gelte, sich um etwa 40 bis 50 Zuwanderer zusätzlich, vor allem Familien, zu kümmern. Ihnen Sprachkenntnisse zu vermitteln und die Kinder ins Schulleben zu integrieren sei neben der notwendigen Wohnraumbeschaffung die große Herausforderung der kommenden Monate, so Hatje weiter.

Bei den Bemühungen um Integration, so die Hoffnung aller Beteiligten, könnte sich das neue Teilhabeprojekt und deren Absolventen als eine wertvolle Hilfe nicht nur für weitere Zuwanderer, sondern auch für neue Flüchtlinge erweisen.

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