Elmshorn : Neue Tafel wird aufgestellt

So sieht die neue Informationstafel aus, die zukünftig auf dem Alten Markt stehen wird.
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So sieht die neue Informationstafel aus, die zukünftig auf dem Alten Markt stehen wird.

Öffentliche Einweihung am Freitag. Darstellung mehrerer Aktionen und Aspekte als Zeichen gegen Diskriminierung und Rassismus.

shz.de von
19. Juni 2014, 10:00 Uhr

Elmshorn | Am Weltflüchtlings- und Migrationstag, also am Freitag, 20. Juni, wird in Elmshorn die überarbeitete Informationstafel „Erinnern für die Zukunft“ der Öffentlichkeit übergeben. Zur Präsentation des neuen Schildes lädt die Arbeitsgemeinschaft „Stolpersteine für Elmshorn“ alle Interessierten von 14 Uhr an auf den Alten Markt ein. Treffpunkt ist der Eingang der St.-Nikolai-Kirche.

Die neue Tafel ersetzt die Informationshinweise der „Aktion Noteingang“. Unter dem Motto „Erinnern für die Zukunft“ informiert sie von Freitag an auch über die „Aktion Stolpersteine für Elmshorn“. Auf einem Stadtplan sind die 25 Orte der kleinen Messingtafeln, wie sie in den Gehwegen der Stadt seit 2007 von dem Künstler Gunter Demnig zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Stolpersteine und ihren Paten verlegt wurden, zu finden. Ebenso beinhaltet die Tafel Kurzbiographien der Menschen, die in Elmshorn in der Zeit zwischen 1933 und 1945 von den Nazis verfolgt, deportiert, ermordet wurden oder sich selbst das Leben genommen haben.

Zum „Erinnern für die Zukunft“ gehört auch die örtliche Geschichte des Widerstandes unter dem Terror der Nationalsozialisten sowie die Kenntnis über die Selbstbefreiung der Stadt Ende April/Anfang Mai 1945. In dieser Chronik des Widerstandes sind auf der neuen Tafel auch die Vorgänge um die Jahrtausendwende aufgelistet. So wird über den erstmaligen Aufmarsch von Nazis nach 1945, dem 22. April 1999, informiert. Das damalige Elmshorner Bündnis wehrte sich unter dem Aufruf „Keine Toleranz für Neonazis – für ein solidarisches Miteinander statt rassistischer Ausgrenzung“ unter großer Beteiligung der Einwohnerschaft erfolgreich gegen fünf Aufmärsche der Rechtsextremen.

Zu guter Letzt wird die neue Tafel auch den Inhalt der alten aufgreifen: Die Aktion Noteingang wird nicht fehlen. Die Tafel wird vorerst auf dem Fundament der alten Hinweisfläche aufgestellt. Die Organisatoren hoffen aber, im nächsten Jahr einen geeigneteren Ort in der Nähe nutzen zu können.

Das Konzept der neuen Tafel ist auf Anregung der früheren Bürgermeisterin Brigitte Fronzek von den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft „Stolpersteine für Elmshorn“ in Zusammenarbeit mit der Leiterin des Industriemuseums, Bärbel Böhnke, sowie der Leiterin der Koordinierungsstelle Migration der Stadt Elmshorn, Allegra Tekleab, entwickelt und umgesetzt worden. Zur Einweihung wird unter anderem auch Elmshorns neuer Stadtrat Dirk Moritz erwartet.

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