Neue Synagoge für Elmshorns Juden

In das 1890 gebaute Haus am Flamweg zieht die jüdische Gemeinde Elmshorn ein.KrostaOrnamente wie dieser Davidstern überstanden in der Wohnung den  Verlauf der Zeit.
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In das 1890 gebaute Haus am Flamweg zieht die jüdische Gemeinde Elmshorn ein.Krosta
Ornamente wie dieser Davidstern überstanden in der Wohnung den Verlauf der Zeit.

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08. Oktober 2012, 01:14 Uhr

Elmshorn | Sie haben lange gesucht und jetzt einen idealen Ort gefunden: Die Mitglieder der jüdischen Gemeinde Elmshorn ziehen in neue und ausreichend große Synagogenräume. Sie kehren damit zurück in ein traditionell jüdisches Quartier der Stadt: in den Flamweg. Die jüdische Gemeinde hat etwa 100 Mitglieder, die überwiegend aus der Krück austadt kommen. Die zweite Gemeinde im Kreis Pinneberg mit 250 Mitgliedern ist in der Kreisstadt beheimatet.

Im Flamweg, genauer im Haus Nummer 4-6, konnte die Elmshorner Gemeinde jetzt eine Wohnung mieten. Das 1890 fertiggestellte Gebäude befindet sich nur wenige Meter entfernt von der 1938 von den Nazis in Brand gesteckten Synagoge, auf deren Areal sich seit 2010 der Synagogen-Gedenkplatz zwischen am Flamweg befindet. Mehr noch: In den neuen Synagogenräumen lebten bis 1941 fast ununterbrochen jüdische Bewohner. Einer von ihnen war der Leder- und Viehhändler Louis Mendel.

Die Vorsitzende der Gemeinde, Alisa Fuhlbrügge, mietete die Räume langfristig und machte bei der Besichtigung eine schöne Entdeckung: In einem Zimmer hat sich vermutlich ein alter jüdischer Gebetsraum befunden. Darauf lassen neben der Anordnung der Zimmerdecke auch die Ornamente (Davidstern und Löwenkopf) schließen. Somit kehrt die jüdische Gemeinde an einen historischen jüdischen Ort zurück.

Für die 2003 neu gegründete jüdische Gemeinde Elmshorns ist das Projekt ein Kraftakt, und die Gläubigen sind deshalb auf Spendengelder angewiesen. Neben der Stadt Elmshorn und dem Land werden noch dringend weitere Sponsoren benötigt, um die Kosten zu tragen.

Die Renovierungen der Räume sind fast abgeschlossen. Zurzeit werden die Synagogenmöbel eingebaut. Dann kann der Umzug aus den 2006 eingerichteten, kleinen Räumen in der Holstenstraße (Hinterhof an Kochs Gang) in die neue Synagoge über die Bühne gehen. Eingeweiht werden soll die Synagoge am 28. Oktober. "Es ist dort sehr schön und keine Hinterhof situation mehr", sagt die Vorsitzende Fuhlbrügge erfreut und fügt hinzu: "Aus dem jahrelangen Provisorium ist nun hoffentlich eine permanente Lösung entstanden. Die Mitglieder und der Vorstand blicken optimistisch in die Zukunft."

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