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"Pro Öko-Fair" : Neue Initiative für nachhaltigen Konsum gestartet

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Gruppen wollen mehr Bewusstsein bei Verbrauchern schaffen.

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2013 | 09:25 Uhr

Elmshorn | Mehr als tausend Tote wegen grundlegender Baumängel in einer Textilfabrik in Bangladesch. Kindersklaven, die auf Kakao-Plantagen an der Elfenbeinküste schuften. Regenwald, der für Palmöl abgeholzt wird. Pflanzen, die in großem Stil als Bio-Sprit verbrannt werden und Menschen in den Entwicklungsländern als Nahrung fehlen.

"Probleme wie diese haben auch mit dem Konsumverhalten bei uns zu tun", sagt Albert Röhl vom Elmshorner Weltladen TOP 21. Er will diese Thematik in Elmshorn mit Hilfe der neu gegründeten Initiative "Pro Öko-Fair" in den Fokus rücken. Vertreten sind darin neben dem Weltladen unter anderem der verdi-Bezirk Pinneberg-Steinburg und andere gewerkschaftliche Gruppen, Unicef Elmshorn sowie der BUND im Kreis Pinneberg.

Bei einem Gründungstreffen im Weltladen wurden kürzlich wesentliche Ziele der Initiative festgelegt. So will man dazu beitragen, mehr Bewusstsein bei Verbrauchern zu schaffen - etwa durch eine Ausstellung, die in der nächsten Zeit entwickelt werden soll. "Zwar wächst der Absatz fair gehandelter Produkte ständig", so Albert Röhl, "insgesamt stellt er aber noch nur einen Bruchteil im Einzelhandel dar." Zudem will die Gruppe mit darauf hinwirken, dass in Elmshorn und anderenorts im Kreis Kommunen noch stärker soziale und ökologische Aspekte bei Beschaffungen berücksichtigen.

Jens Festersen von der Gewerkschaft verdi betont die "Wichtigkeit menschenwürdiger Löhne weltweit". Magdalene Dittmer, Sprecherin der Unicef-Gruppe Elmshorn, möchte insbesondere das Problem ausbeuterischer Kinderarbeit behandeln: "Es ist ein Skandal, das rund 240 Millionen Kinder oft unter schlimmsten Bedingungen arbeiten und keine Chance auf Schulbildung haben."

Regine Wilms, Sprecherin der Grünen im Kreis Pinneberg, die bei der Kommunalwahl für das Kollegium in Elmshorn kandidiert, will sich dafür verwenden, dass Elmshorn sich als "Fair-Trade-Town" bewirbt. Bislang haben diesen Titel in Schleswig-Holstein Lübeck, Eckernförde und Neustadt an der Ostsee erhalten, andere, wie zum Beispiel Norderstedt, sind im Bewerbungsverfahren. Bundesweit sind bereits 140 Städte, Gemeinden und Kreise ausgezeichnet worden.

Für das Anliegen der nachhaltigen Beschaffung hatte der Weltladen TOP 21 in den vergangenen Monaten rund 800 Unterschriften gesammelt. Auf der Nachhaltica an diesem Wochenende in Elmshorn soll das Thema weiter behandelt werden. Zudem sollen weitere gesellschaftliche Gruppen und interessierte Personen für die Initiative gewonnen werden.

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