Astrid Nissen-Schmidt und Pastor Matthias Mannherz : Neue Führung im Gemeindeverband

Pastor Matthias Mannherz ist neuer KGV-Vorstandsvorsitzender.
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Pastor Matthias Mannherz ist neuer KGV-Vorstandsvorsitzender.

Astrid Nissen-Schmidt und Pastor Matthias Mannherz leiten ab sofort den Zusammenschluss der evangelischen Gemeinden.

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29. März 2017, 16:30 Uhr

Elmshorn | Es war eine Wahl, wie sie knapper kaum sein kann. Der Vorstand des evangelisch-lutherischen Kirchengemeindeverbands (KGV), also des Zusammenschlusses der fünf lutherischen Kirchengemeinden in Elmshorn, wird alle sechs Jahre neu gewählt. Diese Wahlen haben jetzt wieder stattgefunden – und die Posten des KGV-Vorstandsvorsitzenden und des Vorsitzenden der KGV-Versammlung sind neu besetzt worden. Bei der Wahl des Vorstands wurde es spannend. Die Pastoren Matthias Mannherz (Emmaus-Gemeinde) und Corinna Schmucker (Friedenskirchengemeinde) kamen in die Stichwahl. Am Ende musste ausgelost werden – Matthias Mannherz ist jetzt der neue KGV-Vorstandsvorsitzende. Vorsitzende der KGV-Versammlung wurde Astrid Nissen-Schmidt, Kirchengemeinderatsmitglied aus der Emmaus-Gemeinde.

Die Wirtschaftsprüferin ist seit 20 Jahren Gemeindemitglied und freut sich, mit dem Ehrenamt ihrer Gemeinde etwas „zurückgeben zu können“. „Ich möchte gemeinsam mit dem Vorstand und der Versammlung die Elmshorner Gemeinden und ihre Anliegen voranbringen“, erklärt die 54-Jährige. Als Vorsitzende der KGV-Versammlung wird Nissen-Schmidt die Versammlungen leiten und repräsentative Aufgaben übernehmen. „Ich bin ein bisschen wie der Bürgervorsteher in der Stadt“, erklärt sie.

Für das operative Geschäft ist dagegen Pastor Mannherz zuständig. Auf ihn wartet jetzt eine Vielzahl organisatorischer Aufgaben. „Ich bin quasi der Geschäftsführer“, erklärt der 51-Jährige. Er ist ab sofort für die Verwaltung der Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft verantwortlich, wie etwa der kirchlichen Kindertagesstätten, des Hauses der Begegnung oder des Friedhofs. Mannherz ist zuständig für Personalentscheidungen, Verhandlungen mit der Stadt, Finanzen und Bauliches. Erst vor einigen Tagen hat Mannherz zum Beispiel den nächsten Bauabschnitt des Kita-Neubaus an der Fritz-Reuter-Straße abgesegnet. In dem Gebäude sollen die Kitas Kirchenstraße und Stiftskirche fusionieren. Das Gebäude der Kita Stiftskirche wurde bereits abgerissen, auf ihrem Areal entsteht der Neubau, das derzeit größte Projekt des Gemeindeverbands. Zum neuen Kindergartenjahr soll alles fertig sein, bislang ist der Bau voll im Zeitplan.

Regionalausschüsse, die innerhalb des Kirchenkreises ihre Region repräsentatieren, sind üblich in der Nordkirche. Das Konstrukt eines Gemeindeverbands in der Stärke, wie er in Elmshorn existiert und die Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft für alle Gemeinden verwaltet, ist jedoch im Norden einmalig. In Zeiten schrumpfender Kirchengemeinden ist ein noch intensivere s Zusammenwachsen für Mannherz durchaus ein Thema für die Zukunft. Überhaupt, die Zukunft. Die aus Kirchensicht in Elmshorn zu gestalten, ist für Mannherz eine spannende Herausforderung. „Gemeinschaftliche Gottesdienste und Veranstaltungen, Zuwanderung, Bildung und die Probleme, die die soziale Schere mit sich bringt – das sind klassische Themen, die der Kirchengemeindeverband in Elmshorn mitgestalten kann. Da können wir ganz neue Impulse geben.“

Für Mannherz bedeutet das Amt als Ausschussvorsitzender einen großen zusätzlichen Arbeitsaufwand – dabei hat er derzeit schon zwei Pfarrstellen zu betreuen. „Im Moment brauche ich jede freie Minute“, sagt Mannherz. Ein Nachfolger für Pastorin Frauke Piepenburg wird wohl erst im Juni kommen. „Ich habe das aber im Vorhinein der Wahlen mit meiner Gemeinde abgesprochen“, erklärt Mannherz. Und dann hat Mannherz natürlich ganz viel Unterstützung – nicht nur vom Gemeindeverband selbst, sondern auch von den Fachleuten in den Einrichtungen.

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