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Elmshorner Nachrichten

20. August 2017 | 00:53 Uhr

Neue Führung bei Döllinghareico

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Verkauf Der neue Inhaber des Wurstherstellers schließt den Standort in Lübz / In Elmshorn sollen alle 160 Arbeitsplätze erhalten bleiben

Die ersten Auswirkungen des Verkaufs des Wurstherstellers Döllinghareico an den Unternehmer Maximilian Tönnies machen sich bemerkbar. Die Konsequenz: der Standort im Mecklenburgi-Vorpommerschen Lübz wird dicht gemacht. Die Mecklenburger Wurstspezialitäten GmbH schließt zur Mitte des Jahres, das erfuhren die dortigen Mitarbeiter gestern bei einer Versammlung in Lübz. Betroffen sind 45 Menschen.

Mit der Konzentration auf den Standort Elmshorn, an dem derzeit rund 160 Mitarbeiter tätig sind, will der neue Inhaber von Döllinghareico das Unternehmen laut einer Pressemitteilung „schlagkräftiger machen und gleichzeitig dauerhaft die Handlungsfähigkeit sichern“. Gegenüber unserer Zeitung erklärte Pressesprecher Markus Eicher, die Arbeitsplätze in Elmshorn seien nach derzeitigem Stand nicht gefährdet. „Wir gehen davon aus, dass wir mit den 160 Mitarbeitern in die Zukunft gehen.“ Ziel sei es, die Marke zu stabilisieren und aufzubauen – „dafür brauchen wir die Mitarbeiter.“

Bereits seit Ankündigung der Übernahme von Döllinghareico durch den neuen Inhaber Maximilian Tönnies im November 2016 seien die wesentlichen Unternehmensbereiche Produktion, Verwaltung, Marketing und Vertrieb, die Marktposition sowie die wirtschaftliche Situation von Döllinghareico eingehend untersucht worden. „Dabei wurde schnell ein erheblicher Restrukturierungsbedarf festgestellt“, heißt es in der Mitteilung.

Döllinghareico befindet sich seit mehreren Jahren in einer sehr schwierigen Lage und hatte über Jahre hinweg Marktanteile verloren, mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Unternehmenskennzahlen, die Produkte und die Anzahl der Mitarbeiter. Aufgrund des schwierigen Marktes und des harten Wettbewerbs hatten unter anderem 260 Mitarbeiter in Elmshorn und Lübz gehen müssen.

Nach Unternehmensangaben stieg der Restrukturierungsbedarf jetzt nochmals aufgrund zeitlicher Verzögerungen bei der geplanten Übernahme, die seit Mitte November beschlossen, aber erst Anfang Februar endgültig abgeschlossen werden konnte. Die Ursache für die Verzögerung war in erster Linie der Konflikt zwischen der ehemaligen Inhaberfamilie Dölling und der operativen Geschäftsführung und den Gläubigerbanken (wir berichteten). Diese hatten sich bei dem Verkauf an Maximilian Tönnies, Sohn des Fleischfabrikaten Clemens Tönnies, übergangen gefühlt und zweifelte seine Rechtmäßigkeit an.

In der Pressemitteilung heißt es jetzt, die wirtschaftliche Situation des Unternehmens habe sich in diesen Wochen nochmals deutlich verschlechtert. Mit der endgültigen Übernahme aller Unternehmensanteile durch den neuen Inhaber am 1. Februar wurde auch das operative Management bei Döllinghareico neu aufgestellt. Mit anderen Worten: Der ehemalige Geschäftsführer Andreas Subai musste gehen und wurde durch eine neue Geschäftsführung ersetzt.

Jetzt soll das Unternehmen schnellstmöglich erhebliche Kosten sparen. Nur so bleibe das Unternehmen handlungsfähig. Gleichzeitig wird sich Döllinghareico teilweise neu aufstellen. Am Standort Elmshorn werden die Mitarbeiter laut Pressemitteilung in den kommenden Wochen Genaueres über den veränderten Marktauftritt von Döllinghareico sowie die Zukunftsplanung erfahren.



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erstellt am 17.Feb.2017 | 17:08 Uhr

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