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Elmshorner Nachrichten

17. August 2017 | 20:13 Uhr

Neue Brücke ist der Politik zu teuer

vom

Erste Sitzung des neuen Ausschusses für kommunale Dienstleister / Noch keine Lösung für gesperrtes Bauwerk im Stadtwald in Sicht

Elmshorn | Die Sommerpause ist vorbei. Mit der ersten Sitzung des neu gegründeten Ausschusses für kommunale Dienstleister hat die Elmshorner Politik am Montagabend wieder ihre Arbeit aufgenommen. Der Vorsitzende Immo Neufeldt begrüßte die Mitglieder zur "Jungfernfahrt" und appellierte "hart an der Sache, aber fair im Umgang zu diskutieren". Der CDU-Mann verwies auf die Bedeutung des neuen Gremiums. 40 Prozent des gesamten städtischen Haushalts würden im Zuständigkeitsbereich des Ausschusses ausgegeben. Die Splittung des bisherigen Ausschusses für Stadtwerke und kommunale Dienstleister sei sehr zu begrüßen. "Die stundenlangen Sitzungen waren nicht nur geistig, sondern auch körperlich sehr anstrengend", sagte Neufeldt.

Für die größte Diskussion in der Premieren-Sitzung sorgte die Brücke im Liether Gehölz. Bereits seit Oktober 2012 ist der Weg über den See gesperrt. Das Bauwerk ist abrissreif. Allein der Abriss der Brücke würde die Stadt 20 000 Euro kosten. Ein Neubau würde noch einmal bis zu 130 000 Euro verschlingen. Viel Geld für die klamme Stadt. Darin waren sich alle Fraktionen einig.

Die Verwaltung hatte mit dem Abriss ohne Neubau, den Bau einer Hängebrücke, einer festen Querung mit Aluminiumüberbau und einer Pontonbrücke vier Varianten zur Beratung eingebracht. Doch keine der Varianten fand letztlich die Zustimmung der Politiker. Sie wollen in den Fraktionen noch einmal über die Investition beraten.

Stadtrat Volker Hatje hatte zu Beginn der Beratung auf die Notwendigkeit einer neuen Brücke hingewiesen. "Der Stadtwald ist eine Visitenkarte der Stadt. Der jetzige Zustand sieht relativ schäbig aus", sagte Hatje. Die Brücke sei früher von Spaziergängern sehr viel genutzt worden und die einzige Möglichkeit für ältere und gehbehinderte Menschen sowie Familien mit Kinderwagen, komplett um den See herumzugehen. Der Umweg über den Wall am "Wasserfall" sei für diese Gruppen nicht passierbar. Auch Günter Allertseder vom Seniorenrat appellierte an die Politiker, zügig zu handeln und einen Neubau zu beschließen.

"Die Kosten stehen in keinem Verhältnis", sagte Sven Herrmann von den Grünen und sprach damit das aus, was der Großteil der Politiker dachte. So wies Jens Petersen von der FDP darauf hin, dass die Brücke den Weg um den See lediglich um 300 Meter abkürze. Auch Neufeldt für die CDU und Hans-Joachim Seiffert für die SPD verwiesen auf die leere Stadtkasse und brachten zwei neue Varianten ins Spiel. Neufeldt forderte die Verwaltung auf, zu prüfen, ob eine Sanierung der Brücke rein für den Fußgängerverkehr relativ kostengünstig machbar sei. Seiffert sprach sich für die Herrichtung des bestehenden Rundwegs um den See aus: "So wie der Weg jetzt ist, kann er ohnehin nicht bleiben. Vielleicht ist es günstiger, den Weg so herzurichten, dass er von allen genutzt werden kann. Ich tue mich schwer, eine neue Brücke zu bauen."

Eine Entscheidung über die Zukunft der gesperrten Brücke fiel am Montag nicht. Die Fraktionen wollen das Thema zunächst noch intern beraten und die Antworten der Verwaltung abwarten.

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erstellt am 14.Aug.2013 | 03:09 Uhr

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