„Heiss begehrt und viel getauscht“ : Neue Ausstellung im Industriemuseum Elmshorn

Im Kaufmannsladen gab’s die begehrten Karten: Fördervereins-Vorsitzende Monika Dormann (v. l.), Museumsleiterin Bärbel Böhnke, Bürgermeister Volker Hatje, Volontär Alexander Römer und Olaf Seiler von der Sparkasse Elmshorn.
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Im Kaufmannsladen gab’s die begehrten Karten: Fördervereins-Vorsitzende Monika Dormann (v. l.), Museumsleiterin Bärbel Böhnke, Bürgermeister Volker Hatje, Volontär Alexander Römer und Olaf Seiler von der Sparkasse Elmshorn.

Hier packt jeden das Sammelfieber - Werbegeschenke Elmshorner Firmen im Fokus.

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23. Januar 2015, 16:00 Uhr

Elmshorn | Wenn heutzutage eine Fußball-Weltmeisterschaft ansteht, bricht schon Monate vorher das Sammelfieber aus. Echte Fans finden keine Ruhe, ehe nicht auch der letzte noch fehlende Aufkleber in ihrem Album platziert ist. Das war vor 140 Jahren nicht anders. Damals brachten in Deutschland Liebig-Fleischextrakt und der Schokofabrikant Stollwerk als die Urväter der Panini-Bilder erste Sammelkarten auf den Markt. Mit diesen Beigaben versuchten die Unternehmen ab 1870, Kunden an ihre Produkte zu binden. Recht erfolgreich.

Auch Elmshorner Firmen sprangen etwas später auf den Zug auf. Einen Einblick in die Welt dieser Marketingstrategie gibt die neue Sonderausstellung, die am Sonntag, 25. Januar, um 11 Uhr im Elmshorner Industriemuseum eröffnet wird. Bis zum 6. September werden unter dem Titel „Heiß begehrt und viel getauscht“ Sammelbilder und -figuren Elmshorner Firmen präsentiert.

Bei der Vorbereitung dieser Schau wurde Alexander Römer selbst von der Sammelleidenschaft gepackt. Der wissenschaftliche Volontär des Museums wollte eine komplette Sammlung – und er hat sie bekommen. „Wir können hier wirklich alle bisher bekannten Alben und Figuren der Elmshorner Firmen zeigen“, sagt Römer stolz. Das sei wirklich nicht einfach gewesen. So hatte zum Beispiel die Sturmflut 1962 bei Peter Kölln fast das gesamte Archiv zerstört. Doch nicht nur das: In Elmshorn gibt es noch einen Leckerbissen für die Fans der Sammelkarten zu sehen. „Wir haben echte Originale des Elmshorner Künstlers Wilhelm Petersen. Diese Vorlagen für die Massenproduktion gibt es nur selten zu sehen“, berichtet der wissenschaftliche Volontär.

Besonders stolz ist das Museums-Team um Leiterin Bärbel Böhnke, dass es gelungen ist, einen umfassenden Katalog über die Elmshorner Sammelbilder und -figuren zu erstellen. Viel Arbeit war nötig, um das Werk fertigzustellen. Finanziert wurde das Projekt vom Förderverein des Museums. Für 15 Euro können Besucher der Ausstellung das Nachschlagewerk erwerben. Darin sind sämtliche von Elmshorner Firmen herausgegebene Alben und Figuren erfasst.

Aktionen schon 1928

Als erstes Unternehmen an der Krückau stieg Wagner 1928 in das Sammelsystem ein. Zu jedem Pfund Margarine der Sorte „Echte Wagner“ gab es ein Bild gratis. Insgesamt brachte Wagner bis Mitte der 50er-Jahre zehn Alben und 15 Figurenserien auf den Markt.

Mehr Alben produzierte nur Peter Kölln. 30 Stück gab der Haferflockenhersteller zwischen 1933 und 1974 heraus. Neben diesen Hauptakteuren tummelten sich auch Margarine Rostock (sechs Alben und zwei Figurenserien), Margarine Thormählen (ein Album), die Getreidemühle Schlüter (zwei einzelne Figuren) und die Elmshorner Nachrichten mit einem Album auf dem Markt. Dieser kam 1954 quasi zum Erliegen. „Die Kosten liefen aus dem Ruder und nach der neuen Zugabeverordnung einigten sich die Margarinehersteller auf einen gemeinsamen Ausstieg“, so Römer.

Bei der Eröffnung der von der Sparkasse finanzierten Ausstellung am Sonntag wird Bürgermeister Volker Hatje das Grußwort sprechen. Er selbst war in Kindheitstagen begeisterter Sammler. „Mein erstes Album Olympia 1972 habe ich immer noch“, sagt Hatje. Er denkt, dass die Ausstellung viele Menschen auch über die Region hinaus anspreche. „Die Karten wurden schließlich in ganz Deutschland vertrieben“, so der Bürgermeister.

Eröffnung: Die Sonderausstellung „Heiß begehrt und viel getauscht“ wird am Sonntag, 25. Januar, um 11 Uhr im Elmshorner Industriemuseum, Catharinenstraße 1, eröffnet. Öffnungszeiten: dienstags 14-17 Uhr; mittwochs 10-17 Uhr; donnerstags 14-19 Uhr; freitags 14-17 Uhr; sonnabends 14-17 Uhr; sonntags 10-17 Uhr; montags geschlossen. Eintritt: drei Euro;  Kinder haben freien Eintritt. www.industriemuseum-elmshorn.de
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