Praktisch und ohne „Schickimicki“ : Neubau des Technischen Hilfswerks Elmshorn eingeweiht

1,4 MillionenEuro hat der Klinkerbau fürs THW gekostet.
1,4 Millionen Euro hat der Klinkerbau fürs THW gekostet.

200 Gäste waren zur Einweihung gekommen. Innenminister Grote sprach von einer „großen gesellschaftlichen Aufgabe“.

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18. Juni 2018, 12:30 Uhr

Elmshorn | „Das ist unser Klinkerbau, wie wir ihn uns gewünscht haben.“ Den weihte Edgar Konetzny. Ortsbeauftragter des Elmshorner Technischen Hilfswerks (THW), am Samstag mit rund 200 geladenen Gästen ein.

Zehn Jahre Vorlauf, 600 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, 1,4 Millionen Euro Baukosten und nebenbei noch ein erheblich vergrößertes Grundstück: Die Helfer strahlten, und viele Besucher gratulierten. Bundes- und Landtagsabgeordnete, der Landesinnenminister, Vertreter von Polizei und Hilfsorganisationen, Kommunalpolitiker, Mitglieder und Funktionäre des THW. Möglich wurde der Neubau, weil das THW aufgrund einer Parlamentsinitiative 2015 27 Millionen Euro extra bekam: „Rettung in der Not für das THW“, erinnerte der Elmshorner Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann (SPD) an die finanzielle Misere der Organisation.

Gast bei der Einweihung in Elmshorn: Der schleswig-holsteinische Innenminister Hans-Joachim Grote.
Jann Roolfs
Gast bei der Einweihung in Elmshorn: Der schleswig-holsteinische Innenminister Hans-Joachim Grote.
 

Das Technische Hilfswerk arbeitet zwar eng mit der Feuerwehr und anderen Helfern zusammen; aber im Unterschied zu denen untersteht es dem Bundesinnenminister. „Rein rechtlich ist die Stadt Elmshorn weit weg“, stellte Andreas Hahn als stellvertretender Bürgermeister fest; dementsprechend stellt die Stadt dem THW auch eher symbolische Beträge zur Verfügung. Stattdessen unterstütze Elmshorn das THW „mit viel Sympathie und Verbundenheit“.

Aufgrund der Zuständigkeiten beschränkte sich auch die Rolle von Landesinnenminister Hans-Joachim Grote (CDU) aufs Gratulieren und den Hinweis auf die „große gesellschaftliche Aufgabe“, die das THW wahrnehme. Wozu neben Einsätzen bei Hochwasser oder anderen Katastrophen, auf der A 23 und weltweit auch die Unterstützung bei großen Festen zählt, Hahn erinnerte an Stadtlauf und Hafenfest.

Schlüsselübergabe: (v.l.) Ernst Dieter Rossmann, MdB SPD; Michael von Abercron, MdB CDU; Stefan Kortmann, BIMA; Frank Eisoldt, Geschäftsführer GMSH; Dierk Hansen, Landesbeauftragter THW; Edgar Konetzny, Ortsbeauftragter THW.
Jann Roolfs
Schlüsselübergabe: (v.l.) Ernst Dieter Rossmann, MdB SPD; Michael von Abercron, MdB CDU; Stefan Kortmann, BIMA; Frank Eisoldt, Geschäftsführer GMSH; Dierk Hansen, Landesbeauftragter THW; Edgar Konetzny, Ortsbeauftragter THW.
 

„Das THW eilt uns zu Hilfe, wenn wir sie rufen“, also brauche die Organisation auch die bestmögliche Ausstattung, betonte Manfred Kannenbäumer, der stellvertretende Landrat. Im Neubau besteht sie jetzt aus Werkstatt, Büros, Küche, großem Besprechungsraum, Umkleide- und Sanitärräumen. „Kein Schickimicki, alles praktisch und funktional“, betonte Edgar Konetzny. Wobei die Elmshorner in einem Detail ihren Eigensinn durchsetzten: Ursprünglich sollte das Haus weiß verputzt werden. Dass die Außenhaut jetzt aus Klinker besteht, lobten viele Redner nicht nur als ästhetischen Gewinn, Frank Eisoldt von der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein fand das „auch unter ökonomischen Gesichtspunkten“ sinnvoll, weil die Unterhaltskosten niedrig seien: „Da ist für 50 bis 60 Jahre nichts zu tun.“

THW-Urgestein Franz-Josef Büker, ehemaliger Stadtrat in Elmshorn, erinnerte an die Vorgeschichte des Neubaus: 30 Jahre lang arbeiteten die Helfer in zwei Baracken, die schon bei ihrer Anschaffung abbruchreif gewesen seien. Bükers Fazit teilten wohl viele bei der offiziellen Eröffnung des Neubaus: „Ich bin heute hier ein glücklicher Mann.“

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