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Elmshorner Nachrichten

18. Dezember 2017 | 21:53 Uhr

Nass bis über die Unterwäsche

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

shz.de von
erstellt am 27.Jun.2016 | 11:52 Uhr

ZurAbwechslung mal etwas in eigener Sache. Als ich letzte Woche von der Arbeit kam und am Bahnhof den Tretesel für den Ritt nach Hause satteln wollte, da fing es doch tatsächlich an zu gewittern. Was machen? Einen Schutzraum aufsuchen und das Unwetter lieber vorüber ziehen lassen oder todesmutig Blitz und Donner trotzen und durch die knisternde Luft nach Hause stratzen? Spätestens seit dem Physikunterricht in der Schule weiß man doch, und schließlich hatte auch ich eine solide naturwissenschaftliche Bildung ohne Tanzen, Hokuspokus und wöchentlichem Wandertag genossen, dass man sich bei Gewitter gefälligst nicht unter Eichen aufhalten sollte, sondern möglichst eine Buche aufsucht.
Ich war unschlüssig, ob genug Buchen den Weg säumen würden, und fürchtete sogar mehr Eichen passieren zu müssen. Und was war mit den anderen Laubbäumen der Gegend - Esche Dresche, Weide meide und Linde verschwinde? Doch für Zweifel war keine Zeit, denn ich hatte morgens die frische Wäsche auf den Balkon gestellt, die zu diesem Zeitpunkt nun wohl trocken war und sie sollte auf keinem Falle wieder nass werden.

Ich rechnete mir mittels einfachster Quantenphysik aus bei einer strammen Treterei in die Pedalen in nicht einmal einer Viertelstunde zu Hause angekommen zu sein, das Rad in den Keller geschleppt zu haben und die drei Stockwerke nach oben gerannt zu sein.

Ich strampelte los. Der Himmel verdunkelte sich zusehends, es wurde windiger und ich fuhr schneller. Nach nicht einmal einem Drittel der zurückzulegenden Strecke traf mich der erste fette Regentropfen im Gesicht. Der nächste gleich darauf und es begann zu regnen. Ich stemmte mich nun mächtig in die Pedalen, das Tretlager unter mir ächzte und im Stehen, was auf einem Klapprad mit Rahmengröße 20 gar nicht so einfach ist, raketete ich durch die Stadt.

Etwa einen Kilometer vorm heimischen Dachsbau schüttete es dann auf einmal wie aus Kübeln. Bei jeder Arschbombe vom Zehner im Freibad bleibt man trockener. Aus schier eigenem Interesse stellte ich mir die physikalische Frage, ob man eigentlich nasser wird, wenn man schneller fährt, weil man ja so mehr Regen erwischt, oder ob man nasser wird, wenn man sich langsamer bewegt, aber somit längere Zeit unterwegs ist. Da ich aber nach wenigen Minuten eh schon bis über die Unterwäsche hinaus nass war, blieben die Antworten darauf aus.

Apropos Wäsche. Ja, Sie erahnen es wohl.



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