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Elmshorner Nachrichten

21. September 2017 | 19:42 Uhr

Nachwuchs-Sorgen beim Seniorenrat

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Wahlen Vor den Neuwahlen rühren die Mitglieder die Werbetrommel, denn: Kaum jemand will sich für die Belange der Senioren einsetzen

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2017 | 16:00 Uhr

Sei es ein barrierefreier Übergang über die Hamburger Straße, ein Supermarkt in fußläufiger Nähe oder betreutes Wohnen – immer wenn es in der Elmshorner Politik um Senioren und ihre Themen geht, ist der Seniorenrat mit dabei. „Wir sitzen mit am Tisch, dürfen Fragen und Anträge stellen“, erklärt Klaus Lindemann, Pressesprecher des Seniorenrates. „Im vergangenen Jahr haben wir uns zum Beispiel für den Wiederaufbau der Brücke im Liether Wald eingesetzt – auch wenn das leider nicht geklappt hat. Und momentan kämpfen wir dafür, dass Unebenheiten auf der Hamburger Straße in der Nähe des Ärztezentrums verschwinden. Die machen es Senioren im Rollstuhl sehr schwer.“

Der Seniorenrat ist ein Beirat der Stadt und vertritt in erster Linie die Senioren in den politischen Ausschüssen. Außerdem organisiert er unter anderem Busausflüge, Radtouren, den Rollatortag, die Bunten Abende im Rathaus und bietet mehrmals wöchentlich eine Sprechstunde an. Derzeit gibt es 15 ehrenamtliche Mitglieder – schon jetzt vor allem durch Todesfälle vier weniger, als eigentlich vorgesehen. „Und nächstes Jahr im Herbst, bei der Seniorenrats-Wahl für die kommenden vier Jahre, werden wieder einige aussteigen, die zwölf Jahre und länger dabei waren“, weiß Holger Weiß, erster stellvertretender Vorsitzender des Seniorenrats. Deshalb wollen Weiß und Lindemann frühzeitig damit beginnen, für ein Engagement im Seniorenrat zu werben. Mitmachen kann eigentlich jeder, besondere Vorkenntnisse sind nicht nötig. Allerdings: Die Bewerber sollten mindestens 60 Jahre alt sein.

Innerhalb des Seniorenrats engagieren sich die Mitglieder dann je nach persönlichen Interessen und zeitlichen Möglichkeiten. „Ich habe zum Beispiel angefangen, als ich noch in Altersteilzeit berufstätig war“, erklärt Lindemann. „Weil ich ganz gut mit dem Computer umgehen kann, habe ich an den Wochenenden die Pressearbeit übernommen, habe Plakate und Eintrittskarten vorbereitet. Das war gut neben der Arbeit zu schaffen – und das mache ich auch heute noch.“ Lindemann gehört heute mit seinen 68 Jahren zu den jüngsten Mitgliedern des Seniorenrates. Es war seine Frau, die ihn bewogen hat, Mitglied zu werden. „Sie sagte, wenn ich schon die Arbeit reduziere, müsse ich auch etwas zu tun haben“, sagt Lindemann. „Und ich bereue es nicht, eingetreten zu sein.“ Die Arbeit mache ihm „unwahrscheinlich viel Spaß“. Das bestätigt auch Holger Weiß. „Man kriegt in der Stadt viel mehr mit. Früher habe ich 40 Jahre lang in Hamburg gearbeitet, da wusste ich fast nichts, was in Elmshorn wichtig ist. Jetzt kann ich selber etwas in meiner Heimat bewegen“, sagt der 70-Jährige. „Und wenn ich durch die Straßen gehe, treffe ich ständig Leute, die ich durch die Arbeit im Seniorenrat kenne.“

Im Herbst 2018 hoffen Weiß und Lindemann also auf möglichst viele Bewerber für den Seniorenrat. Ganz einfach wird es nicht werden, dessen sind sie sich bewusst. „Alle suchen derzeit Ehrenamtler“, sagt Weiß. „Und gerade die jüngeren Senioren, die noch fit genug wären, gehen oft lieber auf Reisen.“

Finden sich 2018 wider Erwarten mehr als 19 Anwärter, findet eine Wahl statt, bei der alle Elmshorner über 60 Stimmrecht haben. Andernfalls verzichtet die Stadt aus Kostengründen auf die Wahl, alle Bewerber werden Mitglieder des Rats. In den kommenden Monaten stellen die EN nach und nach die Mitglieder des Seniorenrats vor – und ihre Gründe für das ehrenamtliche Engagement.

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