Lichtermarkt in Elmshorn ist eröffnet : Nach Hetze im Netz: Elmshorner Nachrichten starten Aktion für weltoffene Stadt

Mit weihnachtlichem Gesang vor Ort: Das Damen-Trio „Karma“.

Mit weihnachtlichem Gesang vor Ort: Das Damen-Trio „Karma“.

Für Mittwoch, 6. Dezember, rufen die Elmshorner Nachrichten zu einer Kundgebung auf dem Lichtermarkt auf – und zwar unter dem Motto „Elmshorn leuchtet für Toleranz“.

brameshuber_christian_20171127_75R_3326_klein.jpg von
28. November 2017, 10:00 Uhr

Elmshorn | Die Elmshorner strömten zu Tausenden in ihre City. Auf ihren Lichtermarkt, um den spektakulären Engelsflug live mitzuerleben. Die offizielle Eröffnung übernahmen wie immer Bürgermeister Volker Hatje und Manuela Kase vom Stadtmarketing. Mit keinem Wort gingen sie auf die Attacke der ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Erika Steinbach ein, die am 14. November auf Facebook und Twitter behauptet hatte, dass Elmshorn die deutsche Kultur und Tradition über Bord werfe. Steinbach veröffentlichte dazu das Werbeplakat des Lichtermarkts, auf dem ein dunkelhäutiges Mädchen zu sehen ist. Die Steinbach-Äußerungen hatten bundesweit für Aufsehen gesorgt. Es kam zu Hass- und Hetz-Kommentaren in den sozialen Medien. Die Kripo Itzehoe ermittelt inzwischen in zehn Fällen wegen Beleidigung, Bedrohung und Volksverhetzung.

„Wir wollen den Menschen, die Ängste schüren, keinen Raum geben, sonst erreichen sie noch, was sie wollen“, betonte Hatje im Vorfeld der Eröffnung. Hatje setzte ganz bewusst auf Normalität. Die Eröffnung des Lichtermarkts wollte er nicht als Zeichen gegen Rechts verstanden wissen. Es habe auch keine besondere Sicherheitslage gegeben. „Die Menschen wollen die fünfte Jahreszeit in Elmshorn, ihren Lichtermarkt, genießen“, sagte Hatje. Dafür müsse die Stadt jetzt sorgen. Hatje hatte den Steinbach-Angriff sofort deutlich zurückgewiesen, sich gegen die Instrumentalisierung des Lichtermarkts gewehrt.

"Elmshorn leuchtet für Toleranz"

Die Elmshorner Nachrichten möchten – in Absprache mit der Stadt und dem Stadtmarketing – gemeinsam mit den Menschen in dieser Stadt ein weithin sichtbares Zeichen setzen – für ein tolerantes und respektvolles Miteinander, für ein buntes und weltoffenes Elmshorn, für Solidarität, für eine Gesellschaft, die dumpfe Parolen und das Schüren von Ausländerhass nicht toleriert.

elmshorn_leuchtet_button

Für Mittwoch, 6. Dezember, rufen die Elmshorner-Nachrichten deshalb zu einer Kundgebung auf dem Lichtermarkt auf – und zwar unter dem Motto „Elmshorn leuchtet für Toleranz“. Die Veranstaltung beginnt um 17.15 Uhr. Die Elmshorner Nachrichten bitten die Vereine, die Verbände, die Kirchen, die Parteien, die Schulen und Kindergärten in unserer Stadt, sich an dieser Kundgebung zu beteiligen. Bringen wir alle gemeinsam mit unseren Kerzen und Taschenlampen Elmshorn zum Leuchten.

Die Gewerkschaft Verdi hat ihre Unterstützung bereits zugesagt. Sie will demonstrieren, dass Elmshorns Bürgermeister mit seinen klaren Aussagen nicht allein dasteht, sondern viele Menschen hinter ihm stehen. „Wir wollen Elmshorn als weltoffene Stadt präsentieren und dokumentieren, dass Attacken wie von Frau Steinbach keinen Keil in unsere Gesellschaft treiben, sondern im Gegenteil Solidarität schaffen“, sagt Redaktionsleiter Jan Schönstedt. Hass und Hetze im Internet, oft anonym: Diesmal hatte es Elmshorn getroffen. Aber wir leben nicht im Netz, wir leben und arbeiten in dieser Stadt, in unserer Stadt. Zünden wir am Nikolaustag gemeinsam die Kerzen an.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen