Elmshorn : Nach Einbruchserie: Wächter im Freibad

Das frisch renovierte Elmshorner Freibad lockt auch nachts Gäste an - sehr zum Ärger der Stadtwerke.
Das frisch renovierte Elmshorner Freibad lockt auch nachts Gäste an - sehr zum Ärger der Stadtwerke.

Elmshorner Stadtwerke stellen Anzeige - und ab sofort ist jede Nacht Security im Einsatz

shz.de von
28. Juni 2014, 10:30 Uhr

Das Elmshorner Freibad zieht offensichtlich auch nachts einige Gäste an. In jüngster Vergangenheit mehren sich die Einbrüche. Die Stadtwerke beklagen Schäden durch Vandalismus. Dem hat Elmshorns Stadtwerke-Chef Sören Schuhknecht jetzt einen Riegel vorgeschoben. Ab sofort patrouilliert nachts ein Sicherheitsdienst rund um den Badepark.

Erst vor Kurzem wurden fünf Jugendliche festgenommen. Sie sollen nicht nur ins Bad eingestiegen, sondern auch die Räume der Gastronomie verunstaltet und Diebstahl begangen haben. Dem Quintett droht jetzt ein Strafverfahren sowie eine Schadensersatzklage.

Einfach mal ins Freibad einsteigen – für viele Jugendliche ist das ein nächtliches Abenteuer. Doch für die Elmshorner Stadtwerke ist es ein großes Ärgernis. „Der jugendliche Leichtsinn endet leider nicht nur im Nachtbaden. Die meist angetrunkenen jungen Leute machen die Zäune kaputt, über die sie einsteigen, und randalieren auf dem Gelände“, erklärt Schuhknecht. „Wer erwischt wird, wird von uns konsequent angezeigt“, so der Betriebsleiter. Entstandene Schäden würden zudem auch ohne Zögern eingefordert, so die deutliche Drohung des Stadtwerke-Chefs.
 

Leidtragender des nächtlichen Unfugs in den vergangenen Wochen war vor allem Detlev Kähler. Der Betreiber der Freibad-Gastronomie beklagt gleich zwei Einbrüche in sein Haus und den Verkaufswagen. „Beim ersten Mal hat man uns 200 Dosen Cola und Wasser geklaut“, so der Gastronom. Um ins Haus zu gelangen, schmissen die Täter eine Fensterscheibe ein. Mit dem Glauben ans große Geld, zerstörten sie zwei Geldkassetten. Beim zweiten Einbruch verursachten die Einbrecher einen Schaden von rund 700 Euro. Die fünf Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren sollen für einen der Einbrüche verantwortlich sein.

Schuhknecht und Kähler wissen, dass es Nachtbader schon immer gab und dass diese Abenteurer grundsätzlich nicht zu den Kriminellen gehören. Aber der Unfug gehe bisweilen zu weit. „Früher haben sie nicht randaliert. Das war noch eine Mutprobe. Heute endet der nächtliche Kick hingegen meist mit Zerstörung von fremden Eigentum und Diebstahl“, beklagt Schuhknecht. Der Unfug kostet viel Geld, das an anderer Stelle besser investiert werden könnte. Kähler dazu: „Eine Versicherung abzuschließen, lohnt sich nicht. Die ist einfach zu teuer.“ Auf dem bisher entstandenen Schaden bleibt der Gastronom sitzen.

Schuhknecht und Kähler wollen nicht länger tatenlos zusehen, wie fast jede Nacht eingebrochen wird. Ein Sicherheitsdienst übernimmt jetzt die Nachtwache im Freibad. Ein Videosystem zeichnet jeden Eindringling auf.

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