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Andrea Stange

„Das tut richtig weh” : Nach dem Untreue-Vorwurf: Jetzt geht es um den Ruf der Elmshorner Speeldeel

Hat Ex-Geschäftsführer Werner Flick Vereinsgeld unterschlagen? Mitglieder sind bestürzt und enttäuscht.


von
10. Januar 2020, 07:30 Uhr

Elmshorn | „Twee sture Dickköpp“: Gleich neunmal ist die Elmshorner Speeldeel bis zum 1. März mit ihrer plattdeutschen Komödie auf Tournee – in Tornesch, Uetersen, Moorrege, Barmstedt, Appen und natürlich beim Heimspiel im Elmshorner Stadttheater.

Die Niederdeutsche Bühne gibt es seit 83 Jahren. Zigtausende Besucher haben mit dem Ensemble mitgefiebert, gelacht und applaudiert. In Elmshorn und im Umland ist die Speeldeel ein Stück Kulturgut. Jetzt befindet sie sich in ihrer schwersten Krise. „Wir leben von unserem guten Ruf“, sagt Gerd Richert. Doch das reicht nicht.

Es besteht die Gefahr, dass alles zusammenbricht.

Gerd Richert, Ehrenvorsitzender der Speeldeel.

 

Alles, das ist seine Speeldeel. Sein Leben. Seit 56 Jahren Mitglied. 20 Jahre war er Vorsitzender des Theatervereins, hat heute den Ehrenvorsitz inne. Und dann das. Der Vorwurf der Untreue, der Verdacht, dass der Ex-Geschäftsführer in die Vereinskasse gegriffen hat. „Ich habe Werner Flick zu 100 Prozent vertraut“, sagt Richert. „Das tut richtig weh. Ich bin bitter enttäuscht und tief traurig.“

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Flick hat jahrelang unter dem Vorsitzenden Richert die Geschäfte der Speeldeel geführt. Bei den normalen Prüfungen der Vereinskasse sei nie etwas aufgefallen, betont der Ex-Vorsitzende. Der Vorwurf der Untreue: Flick wollte sich dazu öffentlich nicht äußern. Er habe keine Kenntnis von der Strafanzeige. Die Itzehoer Staatsanwaltschaft hat die Elmshorner Kripo mit den Ermittlungen beauftragt. Diese dauern noch an.

Mit der Strafanzeige will Wendland den Verein schützen

Der gute Ruf der Speeldeel: Der liegt auch der Vorsitzenden Jutta Wendland am Herzen. Es war die 55-Jährige, die Strafanzeige erstattet hat – und sich damit den Unwillen einiger Mitglieder zuzog. Keine Frage, nicht wenige „Speeldeeler“ wollten den Fall Flick am liebsten unter den Teppich kehren und zur Tagesordnung übergehen, zumal der 62-Jährige – wie Wendland gegenüber shz.de bestätigte – ein Schuldeingeständnis unterschrieb und dann auch 37.000 Euro an den Verein zurückgezahlt hatte.

Nicht mit der Chefin: „Die Speeldeel muss ehrlich in der Öffentlichkeit dastehen.“  Mit der Strafanzeige wolle sie den Verein und auch sich selbst als Vorsitzende schützen. „Ich hoffe, dass die Polizei am Ende aufklären kann, wie hoch der Schaden für den Verein insgesamt ist.“ Sie spricht von einer großen persönlichen Enttäuschung.

Eines bestätigen Wendland und Richert gemeinsam: Bis zuletzt habe Flick versucht, sich rauszureden, zu verschleiern und zu vertuschen. „Er hat alles nur Scheibchenweise zugegeben und auch nur das, was wir ihm nachweisen konnten“, sagt Wendland.

Alleinigen Zugriff aufs Konto

Der Ex-Geschäftsführer hat über Jahre die Verträge für das Ensemble geschlossen. Laut Wendland hat er auch abgerechnet  – und hatte alleinigen Zugriff auf das Konto des Vereins. „Der Umsatz der Speeldeel liegt pro Jahr bei 60.000 bis 70.000 Euro“, betont Richert. Er wurde im vergangenen Jahr erstmals hellhörig, als er von Mitgliedern hörte, dass ja „nicht mal mehr Geld für die Gagen da sei“.

Auf der Jahreshauptversammlung im April 2019 wurde dem Vorstand dann die Entlastung verwehrt, weil Flick ein Sparbuch mit 17.000 Euro Guthaben nicht vorlegen  konnte. Der Untreue-Stein kam ins Rollen. Die Nachforschungen und Gespräche begannen – sie endeten mit der Strafanzeige bei der Kripo Elmshorn, die auch von Speeldeel-Urgestein Herbert Hübsch befürwortet wurde. Der ist überzeugt:

Er hat über Jahre systematisch Geld unterschlagen.

Herbert Hübsch, Speeldeel-Urgestein

 

Hübsch mag sich gar nicht ausmalen, wie hoch der finanzielle Schaden für den Theaterverein am Ende sein wird, wenn alles aufgeklärt ist.

Laut Wendland geht es zurzeit finanziell „nicht um die Existenz des Vereins“. Aber am 2. Februar tritt die Elmshorner Speeldeel um 16 Uhr im Pomm 91 in Tornesch auf. Dann spielt das Ensemble  für  seine  treuen Fans, aber auch um den guten Ruf, die Existenz der großen Speeldeel-Familie. 

Elmshorn | „Twee sture Dickköpp“: Gleich neunmal ist die Elmshorner Speeldeel bis zum 1. März mit ihrer plattdeutschen Komödie auf Tournee – in Tornesch, Uetersen, Moorrege, Barmstedt, Appen und natürlich beim Heims...

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