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Nach dem Abriss am Bokeler See: DLRG braucht ein neues Quartier

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erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Hörnerkirchen | Heute hätte eigentlich das traditionelle Kinderstrandfest der DLRG Hörnerkirchen am Bokeler See stattfinden sollen. So sah es zumindest der Jahresterminkalender der Lebensretter vor. Doch die Entwicklungen der vergangenen Monate warfen alle Planungen über den Haufen. Der Mühlenteich befindet sich in Privatbesitz und steht zum Verkauf. Der Pachtvertrag mit dem Amt wurde zum 31. März gekündigt, woraufhin sich die Verwaltung gezwungen sah, den Abriss des Strandbades in Auftrag zu geben (die EN berichteten). Inzwischen ist der Gebäudetrakt am See verschwunden - und mit ihm das Quartier der DLRG. Denn die Lebensretter hatten im Bad ihren Stammsitz.

"Leicht ist es für uns zurzeit nicht. Wir müssen vieles umplanen", sagt Hörnerkirchens DLRG-Chef Harald Jonescheit. Das Kinderstrandfest habe man schweren Herzens absagen müssen. Und mit dem Bokeler See sei auch das angestammte Wachrevier weggefallen. Dennoch werde es die beliebte Nachtwanderung am 22. September geben. "Wir wissen nur noch nicht genau, wo die Strecke verlaufen wird", so Jonescheit. Bislang startete man stets am See. Auch das Schlittschuhlaufen in Brokdorf am 19. Oktober und das Weihnachtsbasteln mit dem Nachwuchs im November seien nicht gefährdet.

Weggefallen ist hingegen die Anfängerschwimmausbildung. Notgedrungen. Denn die ersten Schwimmversuche fanden auf dem Bokeler See statt. "Das war immer eine wichtige Werbung für unseren Verein", betont der zweite Vorsitzende Andreas von Egelstein. Nun müsse man eben nach neuen Attraktionen suchen. Gesucht wird aktuell auch nach einer neuen Bleibe. Denn seit das Strandbad abgerissen wurde, ist der DLRG nur ein Carport auf dem Schulgelände geblieben. Dort steht der knapp 20 Jahre alte VW-Bus, und auch ein Großteil des Equipments wurde dort verstaut. "Weil das Carport zu wenig Platz bietet, mussten wir viel entsorgen", sagt Jonescheit. Der Vereinschef hofft, dass das Platzproblem möglichst bald der Vergangenheit angehören möge. Schon im April hätte man der DLRG ein ehemaliges Klassenzimmer in der Schule als neues Quartier in Aussicht gestellt. "Der Raum wäre gut für unsere Zwecke geeignet", betont Jonescheit. Doch noch sei keine endgültige Entscheidung gefallen.

Weil es bisher immer nur mündliche Absprachen gab, hat die DLRG-Spitze daher jüngst einen schriftlichen Antrag an den Amtsausschuss gestellt, der am Dienstag, 13. August, tagen wird. Nun hoffen Jonescheit und von Egelstein, dass es zeitnah eine Entscheidung gibt. "Momentan hängen wir in der Luft", gibt das Duo zu. Ein Vereinsraum wäre wichtig für regelmäßige Treffen und einen kontinuierlichen internen Meinungsaustausch. Jonescheit spricht von einem "Kommunikationszentrum", das für ein lebendiges Vereinsleben auf Dauer unverzichtbar sei.

Denn eines machen die beiden DLRGler unmissverständlich klar: Auch ohne Bokeler See werde die DLRG Hörnerkirchen ihre Arbeit fortsetzen. "Wir haben ja zum Glück die Bäder in Barmstedt und Elmshorn quasi in Griffweite", sagt Jonescheit.

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