Elmshorn : Nabu befürchtet Kahlschlag an der Krückau

An einigen Stellen der Krückau ragen  die Weiden nicht nur ins Wasser, sondern wachsen bis über die Mitte des Flusses.
An einigen Stellen der Krückau ragen die Weiden nicht nur ins Wasser, sondern wachsen bis über die Mitte des Flusses.

Wasserverband und Behörden sehen sich in der Pflicht: Der ganze Bereich soll zurückgeschnitten werden.

shz.de von
23. Januar 2014, 12:00 Uhr

Um wie viel Bäume es sich handelt, kann keine der Parteien konkret sagen – es geht jedenfalls nicht nur um eine Handvoll, sondern gleich um einen ganzen Bereich der möglicherweise an der Krückau abgeholzt wird. Wasser- und Naturschutzbehörde, Wasserverband Krückau, Vertreter der Stadt Elmshorn und des Naturschutzbunds (Nabu) diskutierten gestern während eines Ortstermins über den Uferbereich der Krückau am Wanderweg zwischen alter B 5 und Kölln-Reisiek. Geht es nach den Meinungen von Behörden und Verband, sollen die Bäume auf den Stock gesetzt werden. Die Nabu-Mitglieder befürchten einen Kahlschlag am idyllischen Wanderweg.

Nach einer Grabenschau am 3. Januar hatte der Wasserverband den Bedarf für Arbeiten am Flussufer festgestellt. Die Wasser- und Naturschutzbehörde sieht es seitdem als erforderlich an: Bäume und Sträucher sollen entfernt werden. Es sind in erster Linie Weiden, die deswegen nun in der Diskussion stehen. Das Holz, das in die Krückau gewachsen ist, störe den Fluss des Wassers.

Naturschützer wollen Weiden erhalten

Bei der Diskussion um die Bäume redet Hans Helmut Dürnberg mit. Das Holz gehört laut dem Elmshorner Nabu-Vorsitzenden ins Wasser. „So ist das in der Natur.“ Es war sein Verband, der die Weiden zwischen Krückau und Wanderweg haben wollte. „Vor 25 Jahren haben wir einen Prozess der Wiedergesundung des Flussufers gestartet“, so Dürnberg. Im Zuge des Prozesses seien die Bäume gepflanzt worden.

Die Maßnahmen, die die Behörden nun in die Wege leiten wollen, hält er für falsch. Mit ihren Forderungen seien die Behörden „auf der alten Spur“. Zum natürlichen Bewuchs des Flusses gehöre das Holz dazu. Dürnberg fürchtet, dass mit den bevorstehenden Arbeiten an der Krückau nun die gleichen Fehler wiederholt werden, die in der Vergangenheit gemacht worden sind. Als der Fluss begradigt wurde, um den Abfluss des Wassers sicherzustellen, blieb ebenfalls die Natur auf der Strecke.

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