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Elmshorn : Musical mit christlicher Botschaft in der Gemeinde „Zum Guten Hirten“

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Musical mit christlicher Botschaft: 500 Zuschauer bei Aufführungen von „Der Escape-Faktor“ in der Gemeinde „Zum Guten Hirten“.

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2015 | 16:00 Uhr

Elmshorn | Im Video erzählt eine Frau von ihrem schweren Leben: Sie hat im Gehirn einen Blutschwamm – aus medizinischer Sicht eine Zeitbombe – und eine Ehe mit einem Alkoholiker hinter sich. Sie hinterlässt mit ihrem Sehfehler und ihrer Körpersprache keinen besonders starken Eindruck, aber sie stellt klar: „Ich lasse mir nicht mehr die Butter vom Brot nehmen.“ Das Video endet, die Musik verstummt, die drei Tänzerinnen räumen die Bühne. Der Pastor betritt den Saal und hilft einer gehbehinderten Frau aus dem Sitz zur Bühne hinauf. Dort steht Bärbel Jockel, die Frau aus dem Video, die auch bei der zweiten Aufführung vom Scheinwerfer irritiert wird, der sie beleuchtet. Als sie sich gefasst hat, sagt sie nur: „Das ist meine Geschichte. Jesus hat mich befreit.“

Die Szene ist der Höhepunkt des Musicals „Der Escape Faktor“, das an Ostern in der Elmshorner Gemeinde „Zum Guten Hirten“ aufgeführt wurde. Mit vielfältigen Effekten brachten mehr als 50 Mitwirkende auf und hinter der Bühne ihre Botschaft unters Volk: Freiheit gibt es durch Jesus. Mehr als ein halbes Jahr dauerten die Proben, drei Vorstellungen führten die 26 jungen Schauspieler und Tänzer, die sechsköpfige Band und Pastor Hartmuth Wahnung auf. Insgesamt rechnete Wahnung mit rund 500 Zuschauern, alle zwei Jahre führt seine Gemeinde ein Passionsspiel auf.

„Der Escape Faktor“ setzt auf viele verschiedene Effekte. In Videoeinspielungen mit dem Schauspieler Markus Majowski erklärt ein Großvater seiner pubertierenden Enkelin den Hintergrund von Ostern. Auf der Bühne wechseln die Darstellungsformen: Junge Frauen tanzen oder führen eine Schwarzlicht-Performance auf, zu deren Finale die in weiße Handschuhe gesteckten Hände wie weiße Tauben über die Bühne flattern und sich zum Kreuz formen.

Regeln, die am Genießen hindern

Dazwischen immer wieder Szenen, in denen sinistre Gestalten überlegen, wie sie die Menschen in Gefangenschaft halten können: mit Stars aus Hollywood, Computern und Vorschriften: „Das Leben ist voller Regeln, die dich hindern, es zu genießen.“ Weiteres Element ist die Band, die mit christlichen Popsongs zum Mitsingen animiert, die Texte werden auf eine Leinwand projiziert.

In diesem Zusammenhang werden auch die Religionen als Methode dargestellt, die Menschen unselbstständig zu halten: „Gib ihnen Religion, und sie werden sich untereinander bekämpfen.“ Das Christentum sei keine Religion, argumentiert Autor Andre Wilkes in seinem Stück etwas gewagt; die Gründe dafür lässt er Majowski aufzählen: Gott suche den Menschen statt umgekehrt, und die meisten Religionsstifter seien längst tot und hätten kein Interesse mehr an den Menschen, die heute leben, während Jesus von den Toten auferstanden sei. Zusammengefasst: Das Christentum ist der einzig wahre Glaube.

Einen Dreh mehr bekommt die eindringliche Botschaft mit Bärbel Jockels Auftritt. Vor ihrem Video setzt sich Pastor Wahnung im Ornat auf der Bühne mit einem ungläubigen Gegenspieler auseinander, als unwiderstehlichen Beweis präsentiert er schließlich „jemanden, der einen Retter gefunden hat“: die Frau mit der Zeitbombe im Kopf und dem Glauben an Jesus.

„Der Escape Faktor“ ist reine Erbauungsliteratur. In den kreativen Elementen leben sich die jungen Gemeindemitglieder aus, aber sie lassen keinen Zweifel daran, dass sie auch die Botschaft des Stücks ernst meinen. Beim Finale singen fast alle auswendig mit: „Ich will leben nach deinem Herzen, wie David tanze ich“. Auch im Publikum stimmen viele ein, und auf der Bühne klatscht der Pastor den Takt dazu.

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