Elmshorn : Modellschiffer erobern Freibad

Vom Tanker bis zum Eisbrecher: Zahlreiche Schiffsmodelle zeigten die SMC-Mitglieder im Elmshorner Freibad.
Vom Tanker bis zum Eisbrecher: Zahlreiche Schiffsmodelle zeigten die SMC-Mitglieder im Elmshorner Freibad.

Vor dem Start der Badesaison: Zahlreiche Besucher beim Anschippern des Schiffmodellbau-Clubs Elmshorn im Badepark.

shz.de von
02. Juni 2014, 10:00 Uhr

Elmshorn | Eine faszinierende Maritimschau im verkleinerten Maßstab bestimmte am Sonntag das Geschehen im Elmshorner Freibad. Einen Tag vor dem offiziellen Start in die diesjährige Freibadsaison nutzte der Schiffsmodellbau-Club (SMC) Elmshorn das Bad, um diverse Schiffsmodelle auf große Fahrt durch das Spaßbecken zu schicken. „Das Anschippern im Elmshorner Freibad findet bereits zum fünften Mal statt und entwickelt sich langsam zu einer kleinen Tradition“, sagte Volker Engler, Vorsitzender des SMC.

Mehrere Mitglieder des Vereins waren mit diversen selbst gefertigten Schiffsmodellen vor Ort, um bei den Besuchern ein wenig für ihre liebste Freizeitbeschäftigung zu werben. „Leider ist die Jugend nur sehr schwer zu diesem Hobby zu bewegen. Es sind eigentlich immer nur Einzelne, die sich begeistern lassen“, berichtete Jürgen Hahn kurz bevor er ein stattliches Rennboot mit einer im Maßstab passenden und überaus attraktiven Blondine hinterm Steuer ins Wasser setzte. Das flinke Boot drehte sofort seine Kreise und sorgte für erhöhten Wellengang und viel Aufmerksamkeit.

Vertreten war im Elmshorner Freibad nahezu alles, was auch auf den Meeren und großen Flüssen der Welt so unterwegs ist und war. Die Bandbreite reichte vom Riesentanker, über Eisbrecher, Schnellboote, Barkassen und historische Raddampfer bis hin zu Nachbauten bekannter Schiffe aus der Region – alle sehr realitätsgetreu nachgebildet und im Maßstab zwischen 1:350 bis 1:10.

Ein besonderes Schmuckstück stellte die Nachbildung der „Cap San Diego“ dar, die Peter Paul Huschenbeth am Start hatte. „Für den Bau dieses Modells habe ich drei Winter gebraucht“, berichtete der begeisterte Hobbymodellbauer, der sich bereits seit rund 20 Jahren mit dieser Thematik befasst.

Für die Anfertigung der verblüffend echt wirkenden „Cap San Diego“ – das größte, fahrtüchtige Museums-Frachtschiff der Welt, das im Hamburger Hafen vor Anker liegt – hatte Huschenbeth unter anderem Originalpläne und unzählige Fotos ausgewertet. „Es ist sehr schade, dass man heute bei anderen Schiffen, die für einen Modellbau sehr interessant wären, nur sehr schwer an die Baupläne herankommt. Da wird vielfach eine völlig unnötige Geheimniskrämerei veranstaltet, die manch einen Modellbau total erschwert oder sogar unmöglich macht, was sehr schade ist“, so Huschenbeth.

Viel Anklang fanden auch die zehn Modelle der Kinderflotte. „Damit können interessierte Kinder das Modellschippern unverbindlich ausprobieren“, erläutert der SMC-Vorsitzende Volker Engler. Kostenpunkt: ein Euro für zehn Minuten Fahrvergnügen. „Der Erlös fließt in den Erhalt der Kinderflotte“, so Engler weiter – und nicht ohne Erfolg: Immerhin liegt das Alter der derzeit 47 Mitglieder des Vereins zwischen 12 und 70 Jahren.

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