Mittendrin im Selfiestick-Paradies

Für ein halbes Jahr ist die Gegend um den Place de Clichy die neue Heimat von Laura Kalbow.
Für ein halbes Jahr ist die Gegend um den Place de Clichy die neue Heimat von Laura Kalbow.

EN-Kolumnistin Laura Kalbow streift für unsere Leser durch die Stadt der Liebe – auch abseits der ausgetretenen Touristenpfade

shz.de von
20. Januar 2018, 16:00 Uhr

Es ist ja allgemein bekannt, dass Elmshorn die schönste und aufregendste Stadt der Welt ist. Trotzdem hielt mich das nicht davon ab, auch Paris eine Chance zu geben. So packte ich letzte Woche meine Kartons und Kisten, verließ meine Wohnung und zog in die französische Hauptstadt, um dort das letzte Semester meines Masterstudiums der Musikwissenschaft im Erasmus-Programm an der Université Sorbonne zu absolvieren.

Aber weil ich das Schreiben einfach nicht sein lassen kann, möchte ich in meiner Kolumne von meinem Abenteuer in dieser wunderschönen Stadt berichten – und den EN-Lesern Paris von einer anderen Seite, abseits des Massentourismus, zeigen.

A propos Tourismus: Die größte Herausforderung, die ich in den letzten Tagen zu bewältigen hatte, war – trotz deutschem und französischem Bürokratiedschungel, einer Autofahrt nach Paris und der Bewältigung des französischen Straßenverkehrs– ein Restaurant zu finden, in dem die Karte nicht in sieben Sprachen übersetzt ist, aufgeregte asiatische Touristen ausnahmslos alles fotografieren und der Kaffee nicht 15 Euro kostet. Challenge accepted! Mich hat es nämlich direkt in das pulsierende Touristenleben der Pariser Innenstadt verschlagen. Im 18. Arrondissement, wo ich eine kleine süße Wohnung bezogen habe, befindet sich nämlich zufälligerweise auch der Montmartre mit seiner bekannten Kirche Sacré-Coeur.

Und es gibt in Paris einfach keinen besseren Platz für Selfiesticks, kleine, ästhetisch sehr ansprechende, bunte Eiffelturmschlüsselanhänger, und: Taschendiebe! Ich versuche mich für diese touristischen Verführer unsichtbar zu machen, aber man erkennt wohl an meinem begeisterten Blick mit dem ich jeden Quadratmeter dieser tollen Umgebung scanne, dass ich (noch?) keine richtige Parisienne bin.

Übrigens: Nach langem Suchen habe ich endlich ein tolles, niedliches Restaurant gefunden. Falls das hier irgendein Gastronom liest: Es ist stark zu überlegen, eine „Planche mixte“ – einen Delikatessenteller mit Wurst und Käse – ebenfalls in Elmshorn einzuführen. Neben dem neuen Weltkulturerbe eine der besten französischen Erfindungen! Ach ja, und der Wein, niemals den Wein vergessen!

Mit den besten kulinarischen Grüßen et à bientôt,
Laura-Maxine Kalbow

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen