Mordprozess am Landgericht : Mit Stichen in den Hals getötet

Am Landgericht Itzehoe wurde der Mordprozess fortgesetzt.
Am Landgericht Itzehoe wurde der Mordprozess fortgesetzt.

Im Mordprozess gegen einen Mann aus Neumünster hat eine Rechtsmedizinerin ausgesagt. Das Mordopfer hatte schwere Verletzungen am ganzen Körper. Der Angeklagte soll die Frau in einer Wohnung in Elmshorn erstochen haben.

shz.de von
22. März 2017, 12:15 Uhr

Pinneberg | Es waren schreckliche Szenen, die sich in den Morgenstunden des 3. Septembers 2016 in Elmshorn abgespielt hatten: Drei stark betrunkene Menschen zechten in einer Wohnung im Rethfelder Ring. Plötzlich, so der Verwurf der Anklage, fiel einer der Zecher, Nico. F., mit einem Küchenmesser über das spätere Opfer her. Die Frau wurde unter anderem mit zehn Messerstichen in den Hals und den oberen Brustkorb schwer verletzt. Letztlich starb sie in Folge enormem Blutverlusts und einer Lungenembolie. Beim dritten Verhandlungstag im Mordprozess vor dem Landgericht Itzehoe, hatte gestern Rechtsmedizinerin Ute Lockemann das Wort.

Angeklagt ist der Neumünsteraner Nico F.. Er hatte, das zumindest ist bislang unbestritten, gemeinsam mit seinem Vater, dem Elmshorner Karl-Heinz V., und dessen Lebensgefährtin in der Wohnung von V. gefeiert. Vater und Sohn hatten zuvor bereits in Neumünster, das hatten Zeugen ausgesagt und V. bestätigt, kräftig gezecht. Der Angeklagte äußert sich bislang nicht zu den Vorwürfen.

V. hatte zum Tatzeitpunkt „drei Promille“. Das hatte er vor Gericht gesagt. Auch das Opfer hatte dem Alkohol kräftig zugesprochen: 3,3 Promille, festgestellt von der Rechtsmedizin. Offensichtlich war die Getötete es gewohnt, größere Mengen Alkohol zu konsumieren. Laut Rechtsmedizinerin gab es alkoholbedingte Veränderungen der inneren Organe, unter anderem eine Leberzirrhose

Karl-Heinz V. hatte ausgesagt, sein Sohn habe sich auf seine Lebensgefährtin gestürzt und auf sie eingestochen. Bei der Notrufzentrale hatte Nico F. ebenfalls davon gesprochen, der Frau in den Hals gestochen zu haben. Das ergab das Abspielen der Notrufaufzeichnung vor Gericht.

Das Opfer hat sich laut Rechtsmedizin noch gegen die Attacken gewehrt, denn unter anderem wurden bei der Untersuchung „Abwehrverletzungen an den Händen“ entdeckt. Vor allem drei Stiche in den Hals hätten zu ihrem Tod geführt. Die Polizei hatte als mögliche Tatwaffe ein elf Zentimeter langes Küchenmesser entdeckt. Alle Verletzungen hätten mit dem Messer herbeigeführt werden können, erläuterte Lockemann.

Nicht endgültig geklärt werden konnte die Ursache von zahlreichen Verletzungen am ganzen Körper des Opfers. Diese Verletzungen seien Folge von stumpfer Gewalteinwirkung, so die Rechtsmedizinerin. Einige seien noch sehr frisch gewesen. Die Frau könne sie sich allerdings auch „ein bis zwei Stunden“ vor der Tat zugezogen haben. Auch sei nicht auszuschließen, dass die Verletzungen Folge der Alkoholisierung seien. Mit anderen Worten: Die Frau könne beispielsweise auch hingefallen sein. Welcher stumpfe Gegenstand die Verletzungen verursacht habe, „kann man nicht genau sagen“, sagte die Rechtsmedizinerin.

Der Prozess wird am Mittwoch, 12. April, um 9 Uhr fortgesetzt.

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