Das wars : Mit Kommentar: Valerie Wilms kandidiert nicht mehr

Valerie Wilms kandidiert nicht mehr für den Bundestag.
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Valerie Wilms kandidiert nicht mehr für den Bundestag.

Die Bundestagsabgeordnete der Grünen legt die Direktkandidatur nieder. Zwei Politiker bewerben sich um die Nachfolge.

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31. März 2017, 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg/Berlin | Das Ende ihrer politischen Karriere im Bundestag begann schon beim Landesparteitag der Grünen: Valerie Wilms, Bundestagsabgeordnete der Grünen aus dem Kreis Pinneberg, wurde ein aussichtsreicher Platz auf der Landesliste ihrer Partei verweigert. Nun hat die Politikerin den Schlussstrich gezogen: Sie wird bei der Bundestagswahl auch nicht mehr als Direktkandidatin antreten. Am kommenden Mittwoch wählen die Grünen deshalb einen neuen Direktkandidaten für den Kreis Pinneberg.

„Ich habe die Direktkandidatur niedergelegt“, sagte Wilms, die seit acht Jahren den Kreis Pinneberg im Bundestag vertritt. Sie hatte sich um Listenplatz eins und anschließend Platz drei beim Landesparteitag ihrer Partei beworben. Vergeblich. Da den Gewinn des Direktmandats im Kreis Pinneberg seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland stets CDU- und SPD-Vertreter unter sich ausgemacht haben, war mit der Entscheidung des Landesparteitags klar, dass Wilms nicht wieder in den Bundestag einziehen wird.

Nun bewerben sich bei der Kreismitgliederversammlung Mittwoch Bernd Möbius aus Uetersen und Mouska Malek aus Hannover um die Direktkandidatur für die Bundestagswahl. Möbius ist 58 Jahre alt und Ratsherr in Uetersen. Er gehört seit Anfang des Jahres den Grünen an. Die frühere Pinnebergerin Malek studiert Rechtswissenschaften. Bei den Grünen ist sie seit 2016.

Aber egal, wer von den beiden das Rennen um die Wilms-Nachfolge für sich entscheidet, eine Chance, in den Bundestag einzuziehen, hat er mangels Listenplatz nicht.

Kommentar: Demokratische Entscheidung, aber nicht besonders schlau

Dass Valerie Wilms die Brocken hinwirft, ist nachvollziehbar. Schließlich haben ihre „Parteifreunde“ ihr übel von hinten in die Beine gegrätscht. Denn mit der Verweigerung eines aussichtsreichen Listenplatzes wurde beim Landesparteitag de facto die Bundestagskarriere der Wedelerin beendet.
Und das ist eine Zäsur. Denn nicht nur Wilms hat acht Jahre gut und erfolgreich den Kreis Pinneberg im Bundestag repräsentiert. Zuvor hatte das seit 2002 Rainder Steenblock gemacht. Damit ist im Oktober nun Schluss: Der bevölkerungsreichste Landkreis Schleswig-Holsteins, in dem die Ökopartei traditionell stark ist, wird künftig nicht mehr von einem Grünen im Bundestag vertreten sein. Das hat der Landesparteitag der Grünen in demokratischer Abstimmung so entschieden. Dennoch: Es gibt eindeutig schlauere Entscheidungen, wenn man in der Metropolregion ein gutes Wahlergebnis einfahren  möchte. (Bernd Amsberg)

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