Vorzeigeprojekt : Mit Kommentar: Elmshorn sucht einen Träger für eine Bewegungs-Kita

Stadtrat Dirk Moritz (v. l.), Vera Hippauf vom Gebäudemanagement und Amtsleiterin Heike Rosemann präsentieren erste Pläne für die neue Bewegungskita.
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Stadtrat Dirk Moritz (v. l.), Vera Hippauf vom Gebäudemanagement und Amtsleiterin Heike Rosemann präsentieren erste Pläne für die neue Bewegungskita.

Neues Angebot in der Stadt. Der Umbau der Paul-Dohrmann-Schule beginnt 2018.

shz.de von
24. März 2017, 12:00 Uhr

Elmshorn | Stadtrat Dirk Moritz spricht von einem „Lückenschluss“, von mehr Vielfalt für Elmshorn. Amtsleiterin Heike Rosemann von einem „völlig neuen Schwerpunkt“, den die Stadt setzt. Elmshorn bekommt seinen ersten Bewegungskindergarten. Dafür werden große Teile der Paul-Dohrmann-Schule umgebaut. „Wir wollen 2018 beginnen und Anfang 2019 dann den Betrieb starten“, stellte Moritz den ambitionierten Zeitplan vor.

Ein Millionenprojekt, auch wenn noch keine genaue Kostenschätzung vorliegt. Vera Hippauf, Chefin des Gebäudemanagements im Rathaus, geht davon aus, dass der Umbau und die Sanierung der Dohrmann-Schule aber zirka 70 Prozent günstiger sein werden, als ein Neubauvorhaben. In der neuen Einrichtung werden 70 Elementar- und 35 Krippenplätze entstehen.

Für das neue Konzept sucht die Stadt jetzt einen Träger. Dessen Wünsche und Bedürfnisse sollen laut Moritz mit in die Planungen einfließen. Es gäbe bereits mehrere Bewerber. Eine Bewegungskita: Die Idee hat Rosemann aus Hamburg mitgebracht. Dort gibt es schon Sportvereine, die Kitas betreiben. „Heutzutage haben viele Kinder einen massiven Bewegungsmangel. Mit diesem Konzept wollen wir Abhilfe schaffen und die Kinder frühzeitig für den Sport begeistern“, betont die Amtsleiterin für Kinder, Jugend, Schule und Sport. Moritz sieht zudem die Chance, etwas für den Nachwuchsbereich in den Sportvereinen zu tun. „Ziel ist es, eine enge Kooperation mit den Sportvereinen zu schaffen.“ Diese könnten bereits in der Kita Angebote vorhalten, die sich später in der Ganztagsschule fortsetzten.

Ideale Voraussetzungen

Eine Bewegunsgkita in der Paul-Dohrmann-Schule: Die Verantwortlichen sprechen von idealen Voraussetzungen. Das Gebäude gehört der Stadt. Die Schule ist ein Förderzentrum ohne Schüler vor Ort. Nur ein kleiner Teil des großen Gebäudekomplexes wird auch künftig für Verwaltung und Unterricht gebraucht. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie wird innerhalb des Komplexes umziehen. Es bleibt viel Platz und Raum für die Kita.

Die Vorteile: Es können großzügige Außenflächen angelegt werden. Die Kita verfügt über einen eigenen Gymnastikraum und kann zusätzlich die Sporthalle und den Sportplatz nutzen. Der Umbau wird laut Hippauf in zwei Abschnitten erfolgen. Die Planungen haben bereits begonnen. Der Zustand einzelner Gebäudeteile ist sehr unterschiedlich. „Einige sind in der Vergangenheit bereits saniert worden, bei anderen müssen wir entkernen bis zum Rohbauzustand.“

Ein Problemfall ist in jedem Fall die Sporthalle, die im zweiten Schritt saniert wird. „Es gibt viele Leckagen. Die Halle war mehrfach von der Schließung bedroht“, sagt Hippauf. Bei der Realisierung des Mammut-Projektes hofft die Stadt auf Fördermittel. Die Betreuungsplätze werden dringend benötigt. Laut Rosemann fehlen zurzeit zirka 170 Elementar- und 400 Krippenplätze in Elmshorn.

Kommentar: Elmshorn bewegt was

Chance erkannt, Chance genutzt: Der Umbau von Teilen der Paul-Dohrmann-Schule in einen Bewegungskindergarten ist eine richtige Entscheidung. Noch mehr Vielfalt in Elmshorn: Die Eltern werden es der Stadt danken. Familienfreundlichkeit ist ein Pfund, mit dem diese Stadt wuchern kann. In puncto Kinderbetreuung bewegt Elmshorn eine ganze Menge. Das ist nicht normal, auch nicht supernormal, sondern einfach nur gut! (Christian Brameshuber)

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