Elmshorn : Mit iPad gegen die Papierflut

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Tablet-Computer mit berührungsempfindlichem Bildschirm sollen in der Elmshorner Kommunalpolitik Einzug halten. Der Sitzungsdienst soll nach Vorschlägen aus der Politik nur noch elektronisch stattfinden. So müssen viele Papierunterlagen nicht mehr ausgedruckt werden.

shz.de von
07. Juni 2014, 10:00 Uhr

Elmshorn | Rathaus für Rathaus will sich von der gedruckten Ausgabe seiner Sitzungsunterlagen verabschieden. Auch Kreise und Gemeindevertretungen setzen für die digitalen Unterlagen statt auf Papier. Elmshorn arbeitet derzeit Pläne einer möglichen Umstellung aus. Konkret bedeutet das, Vorlagen, Anträge, Anfragen, Protokolle und dergleichen landen nicht mehr im Hausbriefkasten der Stadtverordneten. In Zukunft sollen alle wichtigen Unterlagen digital per Tablet-PC abzufragen sein. Doch so einfach geht das nicht. Das Landesrecht verbeitet dies. Mindestens die Einladungen müssen nach aktuellem Stand den Ausschussvertretern und Fraktionen schriftlich zukommen. Ein freiwilliger Verzicht auf die schriftliche Zustellung ist nicht möglich.

„Das Thema ist bundesweit bei Gemeinden auf dem Tisch“, sagt Dörte Köhne-Seiffert, Vorsitzende im Elmshorner Hauptausschuss. Ein reiner digitaler Dienst sei noch nicht möglich. Eine Einladung bedürfe stets der Schriftform. Bis zur Umsetzung neuer Rechtsgrundlagen müsse Elmshorn wohl eine Zeitlang doppelgleisig fahren und neben der Elektronik weiterhin die Papierform für die Sitzungsunterlagen einsetzen Das sei etwas umständlich, aber ein erster Weg zum papierlosen Sitzungsdienst. Spätestens nach den Sommerferien soll die Stadtverwaltung den politischen Vertretern der Stadt eine Vorlage erstellen, auf deren Grundlage ein System eingeführt werden könne. Zu klären ist dabei, wer ein Gerät auf welcher Basis erhält. Kauft die Stadt die Geräte oder bezuschusst das Rathaus ein privates Pad wie zum Beispiel das intern favorisierte iPad von Apple? (Foto) Auf welcher Basis leistet die IT der Stadt den Service? Und, und, und. Fragen die zu klären sind.

Roland Reugels, leitender Verwaltungsbeamter Elmshorn Land kann bereits auf eine einjährige Erfahrung mit digitalen Unterlagen zurückgreifen und sagt kurz und knapp: „Es funktioniert super.“ Er wolle im Sitzungsdienst der angeschlossenen Gemeinden innerhalb einer Amtsperiode mit dem Verzicht auf Papier etwa 90 000 Euro einsparen.

Köhne-Seiffert in Elmshorn hält sich zu Einsparungen bedeckt. Eine Umstellung von Papier auf Elektronik sei sinnvoll, sie sieht damit aber noch keinen Spareffekt verbunden. Schließlich seien die anzuschaffenden Geräte sowie das Drumherum an Technik im Rathaus teuer.

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