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Elmshorner Nachrichten

22. Oktober 2017 | 03:40 Uhr

Gayle Tufts : Mit Humor durch die Wechseljahre

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Von Oberarmen und Hitzewallungen: Entertainerin Gayle Tufts begeistert im Stadtheater mit ihrer Bühnenshow „Some like it heiß!“

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2014 | 16:25 Uhr

Elmshorn | Wer Gayle Tufts aus dem Fernsehen kennt, der kennt vielleicht ihre witzigen Sprüche, ihren Humor und ihr „Denglisch“. Wer die 53-Jährige jedoch live auf der Bühne erlebt, kann noch viele weitere ihrer künstlerischen Facetten entdecken. In Elmshorner Stadttheater brachte die Entertainerin gemeinsam mit ihrem Pianisten Marian Lux das Publikum zum Lachen, Nachdenken, Mitsingen und Mitklatschen. Kurz: Sie begeisterte mit ihrer Bühnenshow „Some like it heiß!“.

Der Titel des Programms lässt es erahnen: Es geht um die Wechseljahre der Frau. Humorvoll, witzig, selbstironisch, nachdenklich beleuchtet Tufts das Thema und reißt damit sowohl die anwesenden Frauen als auch die zahlreichen Männer im Publikum mit.

Bereits ihr Einstieg in das Thema ist ausgezeichnet gewählt. „Ich bin in den Wechseljahren! Das ist der un-sexieste Satz überhaupt und ein echter Konversationskiller“, sagt die Künstlerin und spricht damit sicher mehr als einer Anwesenden aus der Seele. Mit Augenzwinkern, aber stets auch ernsthaftem Unterton beleuchtet sie die Menopause, die Gefahr von Highheels für die Gesundheit von Frauen über 50 und die ersten Hitzewallungen, die sich anfühlten, als ob Ecstasy im Espresso gewesen wäre. Die Wechseljahre an sich vergleicht sie mit ihrer ersten Fahrt auf einer deutschen Autobahn, irgendwo zwischen Panik und Ekstase. Charmant dabei ihre sprachliche Deutsch-Amerikanisch-Mischung sowie das Nebeneinanderstellen von deutschen Eigenarten und amerikanischen Macken. Dabei macht sie mit Blick auf die zwei Jahre ältere Madonna auch vor dem vorherrschenden Schönheitsdiktat und männlichen Urteilen über Frauen in den Wechseljahren nicht Halt. Nicht fehlen darf bei dieser Blickrichtung die amerikanische First Lady Michelle Obama. „I  want to be Michelle Obama, I want to have her Oberarme“, singt sie und hat dabei die berüchtigten „Winkearme“ im Blick.

Darüber hinaus wartet Tufts im Laufe ihres Programms mit zahlreichen eigenen Erfahrungen rund um die Wechseljahre auf. Dazu zählen Fragen wie: „Was macht Mama da im Spiegel?“ und die Entdeckung des Damenbarts. Den anwesenden Herren wiederum erklärt sie nachvollziehbar das eine oder andere Symptom der Wechseljahre und hat die Lacher auf ihrer Seite, als sie deutlich macht, dass es sich beim Hippocampus nicht um den Frauenarzt von Vicky Leandros handelt, sondern um eine zentrale Schaltstation des menschlichen Gehirns.

Doch es ist nicht der nur der humorvolle Blick auf die Wechseljahre, der das Publikum berührt, es sind auch die stillen Momente. Mit viel Wärme und einer Prise Selbstironie liest Tufts aus ihrem Buch „Some like it heiß!“ über den Tod ihrer Eltern, Sargkäufe und die nicht ganz einfache Aufgabe, die Asche ihrer Mutter bei Sturm am Strand zu verstreuen. Sie blickt auf ihren Abschlussball und das prüde Amerika sowie die „umfassende Aufklärung von Teenagern“ zurück. Und noch etwas Besonderes lieferte Tufts während ihres Auftritts: Sie reißt das Publikum musikalisch von den Sitzen. Ob ihre Interpretation von Bruce Springsteens „Born to run“ oder Whitney Houstons “I’m every woman“: Bei allen Songs zeigte sie gemeinsam mit ihrem Pianisten Lux ihr musikalisches Talent. Und sie machte Lust auf ihr neues Programm „LOVE!“, das voraussichtlich im Februar 2015 in Elmshorn zu sehen sein wird.

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