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Elmshorner Nachrichten

14. Dezember 2017 | 20:33 Uhr

Mit gutem Gewissen handeln und kaufen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Podiumsdiskussion zum Thema „Fair Trade“ im Elmshorner Rathaus

shz.de von
erstellt am 20.Jan.2014 | 12:37 Uhr

Wenn es nach der Initiative „Pro Öko-Fair Elmshorn“ geht, wird Elmshorn schon bald eine „Fairtrade-Stadt“ – eine Stadt also, die den fairen Handel speziell mit Ländern und Erzeugern aus der 3. Welt unterstützt und in der Produkte aus fairem Handel von der Verwaltung bevorzugt eingekauft werden. Während einer Podiumsdiskussion am Donnerstag im Kollegiumssaal wurde dieses Thema von vielen Seiten beleuchtet.

Moderator Albert Röhl vom Weltladen „Top 21“ konnte etwa dreißig Veranstaltungsteilnehmer und sieben Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen begrüßen, die aus ihrer Sicht über das Thema Fairtrade-Stadt informierten. Den Anfang machte Bürgermeister Volker Hatje, der in einem Grußwort auf die Wichtigkeit des Themas einging. Er führte aus, „dass wir uns noch viel mehr etwa mit den Sozial- und Umweltstandards in den Produzentenländern auseinandersetzen müssen“, dass aber langsam ein Umdenken stattfände. Hatje: „Die Fairtrade-Stadt ist für mich als Neu-Bürgermeister Neu-Land – ich erwarte mir von dieser Veranstaltung viel Input!“

Und den gab es denn gleich auch von Michael Marwede aus der Bonner Servicestelle Kommunikation beim Entwicklungsministerium. In seinem Referat legte er die Grundsätze für faire Beschaffung in den Kommunen dar und berichtete über Beispiele aus anderen Gemeinden und Städten. Marwede: „Faire Beschaffung bedeutet, dass bei der Herstellung und dem Handel mit Waren und Dienstleistungen, die von einer Gemeinde angeschafft werden, ökologische, ökonomische, soziale und ethische Kriterien beachtet werden müssen.“ Er unterstrich, dass die Kommunen hier über Leistungsbeschreibungen eine Reihe von Möglichkeiten hätten, fair gehandelte Produkte zu bevorzugen.


Fairtrade beginnt „in den Köpfen“


Jens Festersen von der Gewerkschaft Verdi ging besonders auf das Thema Arbeitsbedingungen ein und hob ebenfalls hervor, dass es darauf ankomme, das Thema Fairtrade „in die Köpfe der Menschen“ zu bringen. Pastor Thorsten Pachnicke vom Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf brachte eine Reihe von Erfahrungen in die Veranstaltung ein, die speziell von Kirchengemeinden gemacht wurden – innerhalb von Partnerschaften mit kenianischen Gemeinden, aber auch bei der Umstellung von Fairtrade-Kaffee bei Gemeindeveranstaltungen oder der Einführung von Recycling-Papier im Kirchenbüro.

Jan Schönstedt, Redaktionsleiter der Elmshorner Nachrichten, hob hervor, dass die Zeitung immer wieder über das Thema Fairtrade berichtet – natürlich auch in Zusammenhang mit dem Weltladen in der Holstenstraße. Man müsse die Menschen dazu bekommen, sich mit den Hintergründen des gesamten Komplexes zu beschäftigen, damit sie dann „bewusster kaufen und bewusster leben“. Dabei könne die Zeitung, könnten die Medien insgesamt eine wichtige Rolle spielen.

Markus Schwarz, Fachpromotor für den fairen Handel im Bündnis „Eine Welt Schleswig-Holstein“ brach eine Lanze für die vernetzte Arbeit von Fairtrade-Initiativen und stellte Beispiele vor. Dr. Silke Pahl, Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Elmshorner Kollegium, präsentierte abschließend noch einmal die Kriterien für eine Fairtrade-Stadt. „Elmshorn hat wunderschöne Voraussetzungen dafür!“ erklärte sie und unterstrich, dass „die fünf niedrigschwelligen Kriterien leicht erfüllbar seien“. Vielleicht könne man eine entsprechende Beschlussvorlage ja sogar als parteienübergreifende Initiative ins Kollegium einbringen.

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