zur Navigation springen
Elmshorner Nachrichten

17. Dezember 2017 | 01:58 Uhr

Mit Freudensprüngen in die neue Freiheit

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Weideauftrieb Die Kühe des Hofs Hackelshörn kamen gestern auf die Weide

shz.de von
erstellt am 22.Apr.2017 | 16:00 Uhr

Die Landwirte öffnen die Stalltüren – und schon stürmen sie heraus: Hundert Kühe rasen über die grüne Wiese, buckeln vor Freude und liefern sich ausgelassen kleine Kämpfe untereinander.

Gestern sind die Kühe des Horster Hofs Hackelshörn zum ersten Mal in diesem Jahr auf die Weide gekommen. Wann die Freiluftsaison für die Rotbunten beginnt, hängt immer ganz vom Wetter und vom Wachstum des Grases ab. „Dieser Zeitpunkt Mitte April ist relativ normal“, erklärt Christian Ratjen, der den Horster Milchviehbetrieb zusammen mit seinem Schwager Ralf Bahlmann seit 2005 führt. „Leider ist der Boden noch nicht so trocken, wie wir uns das wünschen würden – da treten die Kühe viel kaputt.“

Zwei Wochen dauert die Futterumstellung. Jeden Tag kommen die insgesamt 180 Milchkühe etwas länger auf die Weide, in etwa zwei Wochen können sie 24 Stunden lang draußen bleiben – bis zum November, wenn das Gras abgefressen und der Boden zu feucht wird. Wann sie gemelkt werden, entscheiden die Tiere selbst – der Hof verfügt über einen vollautomatischen Melkroboter.

Seit Januar liefern Christian Ratjen und Ralf Bahlmann ihre Milch als einer von elf Betrieben an die Horster Meierei. „Schon mein Vater hat jahrzehntelang an die Meierei in Horst geliefert“, berichtet Ratjen. „Aber als dann die Meierei in eine Genossenschaft umgewandelt wurde, mussten wir für zwei Jahre aussetzen. Jetzt sind wir zum Glück wieder dabei.“ Deshalb wollen die beiden jungen Landwirte in diesem Jahr versuchen, in der Weidesaison so weit wie möglich auf Zufütterung zu verzichten.

Die Meierei Horst schreibt ihren Produzenten, anders als andere Verbände, keine feste Anzahl von Tagen für den Weidegang vor. „Für uns steht keine Zahl im Vordergrund, sondern vernünftige Tierhaltung“, erklärt Hans Möller, Vorstandsmitglied der Meierei. Orientierungsgrundlage seien keine festen Statuten, sondern die Tiere, die Bodenverhältnisse und die Wetterlage. Möller: „Die letzten Jahre haben gezeigt: Die meisten Kühe stehen deutlich länger als 120 Tage im Jahr auf der Weide und übertreffen damit die in der Branche verbreitete Kennzahl für die Bezeichnung Weidemilch.“

Inzwischen ist in die Herde Ruhe eingekehrt. Die Kühe stehen weit verteilt auf der Weide, haben die Köpfe gesenkt und fressen Gras – genauso, wie sie es auch in den nächsten sieben Monaten tun werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen