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Elmshorner Nachrichten

12. Dezember 2017 | 13:36 Uhr

Mit der Sanierung kam der Lärm

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Ärger in Hohenfelde: Bürger klagen über Autobahnlärm / CDU-Politiker wollen sich auf Landesebene für Besserung einsetzen

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Brüllbeton statt Flüsterasphalt: In Hohenfelde wächst der Unmut über die frisch sanierte Autobahn. „Wir hätten auf die Sanierung der A 23 gern verzichten können – wir haben mehr Lärm als zuvor“, ärgert sich Bürgermeisterin Marion Gaudlitz (CDU) über den nach der Fahrbahnüberholung deutlich gestiegenen Lärmpegel. „Früher konnte man noch bei offenem Fenster schlafen, heute ist es dazu einfach zu laut.“

Mit der Klage über den Autobahnlärm stoßen entnervte Bürger aus mehreren Ortsteilen beim CDU-Landtagsabgeordneten Hans-Jörn Arp und seinem Bundestagskollegen Mark Helfrich auf offene Ohren. „Wenn man auf den Hohenfelder Autobahnabschnitt kommt, wird es laut, das merkt man auch im Auto sofort“, teilt Vielfahrer Arp bei einem Gespräch mit Anwohnern die Einschätzung vor Ort.

Gänzlich anderer Meinung, berichtet Bürgermeisterin Gaudlitz, ist dagegen der zuständige Landesbetrieb Straßenbau. Der habe aufgrund der Unterlagen zur Baumaßnahme sogar eine Verminderung der Fahrgeräusche um zwei Dezibel errechnet. Das subjektive Lärmempfinden der Hohenfelder, so die Vermutung der Beamten, sei vermutlich der langen Ruhephase durch Bautätigkeit und Geschwindigkeitsbegrenzung geschuldet.

Sind die Ohren der seit 30 Jahren mit der Autobahn lebenden Hohenfelder also einfach nur durch die kurze Auszeit verwöhnt? Die Reaktionen der Bürger liegen zwischen Belustigung und Empörung: „Verglichen mit dem bei Pinneberg verbauten Flüsterasphalt klingt das hier wie ein Beton-Flugfeld. Wer bestimmt eigentlich was wo verbaut wird?“, ärgert sich eine Anwohnerin über offenkundige Unterschiede bei Sanierungsmaßnahmen. Bürgermeisterin Gaudlitz vermutet nach diversen bürokratischen Scharmützeln gänzlich andere Planungs-Prioritäten: „Für Fledermäuse gibt es Tempo 60 – was ist mit uns?“

Gerade diesen eher hilflosen Umgang mit Bürgeranfragen sehen die Politiker als guten Grund, gründlich nachzuhaken. „Hohenfelde ist durch die geplante A 20 ein sehr sensibler Bereich. Hier muss man die Sorgen und Nöte der Einwohner, in deren Nachbarschaft einmal ein Autobahnkreuz entstehen soll, ganz besonders ernst nehmen“, sagt Arp und fasst den ersten Schritt ins Auge: „Eine Lärmmessung vor Ort ist die Mindestanforderung.“ Mark Helfrich würde gern auch die Details unter die Lupe nehmen: „Was steht in der Ausschreibung und was wurde abgeliefert? Wurden vielleicht Mängel gegen Preisabschläge verrechnet? Das sollte man alles einmal genau überprüfen“, sagt der CDU-Politiker.

Verstärkten Prüfungsbedarf sieht Arp aber auch, weil der Hohenfelder Verdacht zum Pfusch am Autobahnbau sich nach seinen Erfahrungen in eine lange Reihe ähnlicher Vorfälle einreihen lässt. „Die Asphaltblasen auf der nagelneuen A 20 sind ein typisches Beispiel – immer wenn in Schleswig-Holstein ein Stück Autobahn fertiggestellt wird, gibt es Probleme“, sagt der Verkehrsexperte, der inzwischen eine offizielle Anfrage zum Hohenfelder Streckenabschnitt an die Landesregierung gerichtet hat. Für ihn ist Einsatz von oberster Stelle gefordert: „Es wird Zeit, dass Verkehrsminister Meyer endlich durchgreift und für vernünftige Kontrollsysteme und gute Arbeit im Straßenbau sorgt.“

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