Mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben

Der Elmshorner Bürgermeister Volker Hatje.
Der Elmshorner Bürgermeister Volker Hatje.

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17. September 2019, 14:00 Uhr

Elmshorn | Das erste Aufeinandertreffen aller Kandidaten am 20. August im Kranhaus – für Amtsinhaber Volker Hatje war es wohl die Wende zum Guten in diesem harten und langen Wahlkampf, die Rückkehr zur Souveränität. Denn beim Reizthema Knechtsche Hallen war Hatje angreifbar, steht das verfallende Denkmal doch stellvertretend für den ganzen Stadtumbau, der seit Jahren unter seiner Verantwortung nicht so recht voran kommt. Doch Hatje wird nicht attackiert, nicht kritisiert, auch nicht von Thomas Philipp Reiter (FDP) für den die Hallen doch der Schlüssel zum Bürgermeisterzimmer sein sollten. Und er erkannte, dass gerade Reiter nicht der Überflieger ist, der angekündigt worden war. Hatje spürte vor allem eines: viel heiße Luft.

In diesen gut zwei Stunden im Kranhaus wuchs bei Hatje die Überzeugung, dass er die Wahl gewinnt – und zwar gleich im ersten Anlauf, nicht in einer Stichwahl, wie so viele „Experten“ prophezeit hatten. Er sollte Recht behalten. Der Wahlabend wurde zum großen Wahltriumph für den 58-Jährigen. 67,7 Prozent der Stimmen. Keiner der Herausforderer konnte Hatjes Durchmarsch verhindern.

Dabei war der Amtsinhaber zu Beginn des Wahlkampfs eher unsicher. Er hatte auch Muffensausen. Es ging schließlich um seinen Job, um seine Zukunft. Rente mit 58 war keine verheißungsvolle Aussicht. Und Hatje wusste, dass er nicht der geborene Wahlkämpfer ist. Der Amtsinhaber setzt auf Harmonie. Und als FDP und Grüne plötzlich eigene Kandidaten präsentierten, hat ihn das schon ein Stück weit verletzt – auch persönlich.


Mit Herzblut für sein Elmshorn

Ahsbahs, der Grüne, und Reiter, der Liberale, gingen in „seiner Stadt“ auf Stimmenfang. Vor allem Reiter brachte seine PR-Maschine gewaltig auf Touren, nutze dabei alle Kanäle – und brachte Hatje anfangs auch ins Schwitzen.

Doch Hatje blieb sich in diesem Wahlkampf selbst treu. Er verstellte sich nicht, spielte keine Rolle. Der Elmshorner „Jung“, der in dieser Stadt tief verwurzelt ist, blieb bei allen Aufgeregtheiten mit beiden Füßen auf dem Boden. Fachlich konnte ihm eh’ keiner das Wasser reichen. Und nach seinem selbstbewussten Auftritt im Kranhaus kehrte er zum Alltagsgeschäft zurück.

Er nutzte seinen Amtsbonus, um präsent zu sein, Themen zu setzen und um zu zeigen, dass er in allen Themen ganz tief drin steckt, dass er die Dinge anschiebt und zum Erfolg führt. Und er sah zunehmend entspannt dabei zu, wie andere Bewerber sich schon fast panisch abstrampelten, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Je weniger direkter Wahlkampf, desto besser für den Amtsinhaber, der seine Flyer vor Edeka verteilte und am Torhaus und in der Königstraße seine Wahlstände aufbaute.

Hatje überzeugte die Wähler vor allem auch als Mensch. Seine Sympathiewerte konnte der Amtsinhaber, der von Kritikern gern als reiner Verwalter und Technokrat tituliert wurde, im Wahlkampf sogar noch steigern. Volker Hatje geht es um das Wohl der Menschen in Elmshorn. Dafür arbeitet er mit Herzblut und mit Leidenschaft. Diese Botschaft hat er, der gebürtige Elmshorner, glaubwürdig und authentisch vermittelt – und damit die Wahl gewonnen.

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