Missbrauch: Vorwurf gegen Staatsanwälte

shz.de von
04. Februar 2016, 13:30 Uhr

Nach dem schweren sexuellen Missbrauch eines siebenjährigen Mädchens am Sonntag in Kiel stehen die Behörden unter Druck. Kiels Sozialdezernent Gerwin Stöcken räumte gestern Versäumnisse der Behörden ein: „Wir hätten dem Mädchen eine ganz schwere Erfahrung ersparen können“, sagte er. Sozialpsychiatrischer Dienst, Polizei und Staatsanwaltschaft hätten allesamt handeln können. Auch die Mutter des 30 Jahre alten Tatverdächtigen kritisiert die Behörden. „Ich habe überall um Hilfe gebeten“, sagte die 50-Jährige den „Kieler Nachrichten“. Der Kieler Oberstaatsanwalt Axel Bieler bestätigte, dass sich die Frau am 18. Januar an die Polizei gewendet habe. Obwohl der Mann bereits nach dem ersten Missbrauchsfall – am 6. Januar soll sich der mutmaßliche Täter an einer Fünfjährigen in einem Kindergarten vergangenen haben – unter Tatverdacht stand, sah die Staatsanwaltschaft keine Grundlage für einen Haftbefehl. Es habe keine Anhaltspunkte für die Gefahr möglicher weiterer Straftaten gegeben. Der Kriminologe Christian Pfeiffer erhebt schwere Vorwürfe. Polizei und Staatsanwaltschaft hätten zwingend einen Psychiater hinzuziehen müssen.
Seite 13/Kommentar Seite 18

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen