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Elmshorner Nachrichten

22. August 2017 | 22:45 Uhr

„MiMi“ – ein Erfolgsprojekt

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

„Mit Migranten für Migranten“: In Elmshorn werden Gesundheitslotsinnen ausgebildet

Hinter dem Namen „MiMi“ (mit Migranten für Migranten) verbirgt sich ein staatliches Projekt, das Frauen mit Migrationshintergrund als Gesundheitslotsinnen ausbildet. Durch ihre Mehrsprachigkeit haben sie meist guten Zugang zu Landsleuten, durch ihre Ausbildung sollen sie für kultursensible Gesundheitsförderung eingesetzt werden. Fragen gibt es genug, stellen die „MiMi“-Frauen bei ihren Referaten fest, die beispielsweise in Elmshorn (Haus der Begegnung in Hainholz, Awo-Kindergarten) oder Barmstedt stattfinden.

Die Koordinierungsstelle Integration der Stadt Elmshorn unter Leitung von Allegra Tekleab, das Gesundheitsnetz Elmshorn mit mehr als 50 Ärzten in 32 Praxen, der Awo Landesverband Schleswig-Holstein und das Ethno-Medizinische Zentrum arbeiten bei dem Projekt eng zusammen. Themen wie Krankenversicherung, Arztbesuche, Kindergesundheit werden bei „MiMi“ ebenso angesprochen wie Fragen, ob Migranten Anspruch auf Kur oder Reha haben, wo Anträge gestellt werden müssen, ob chronisch Kranke weiter versichert sind oder vom Arbeitgeber entlassen werden dürfen. Diese Fragen zu formulieren, sprengt oft das sprachliche Vermögen von Migranten. Können sie diese aber in ihrer Muttersprache stellen und dann noch kompetente Antworten durch die Gesundheitslotsinnen auf arabisch, türkisch, polnisch oder russisch erwarten, sind sie ein wichtiger Beitrag zur Inklusion.

Die „MiMi“-Gesundheitslotsinnen sind in der Regel selbst in ihrer Heimat hervorragend ausgebildete Frauen, oft mit Universitätsabschluss. Und leider ebenso oft sind die Frauen in ihrer neuen Heimat Deutschland in minderen Jobs tätig, da ihre Examina und Ausbildungen nicht anerkannt werden. So erzählt Referentin Nibras Said, die gelernte Mikrobiologin ist und seit Jahren eine Arbeitsstelle in Elmshorn sucht, dass sie durch ihre Referententätigkeit bei „MiMi“ wieder mehr Selbstbewusstsein bekommen hat. Auch Nerys Briceno aus Nicaragua äußert sich erfreut über das „MiMi“-Projekt. Die Psychologin arbeitet als Pflegerin in einem Heim für behinderte Erwachsene, da ihr Diplom nicht anerkannt wird.

Wer Interesse am MiMi-Projekt hat, kann sich per E-Mail an ingridwelschgoogle mail.com wenden.

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erstellt am 16.Feb.2014 | 16:00 Uhr

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