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Elmshorner Nachrichten

24. September 2017 | 12:37 Uhr

Millionenschaden durch Internetausfall

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Elmshorner Anbieter SH-Link abgeschaltet / Dutzende Unternehmen ohne Netz

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2014 | 16:00 Uhr

Es ist die größte vorstellbare Katastrophe der modernen Kommunikationsgesellschaft: Der Ausfall von Telefon, E-Mail und Internet. Und am 1. April trat dieser Super-Gau in Elmshorn ein. Dutzende Firmen waren von der Außenwelt abgeschnitten. Ohne Kontakt zu Kunden und Lieferanten. Millionenschäden sind entstanden.

Was zunächst als böser Scherz aufgenommen wurde, entpuppte sich schnell als existenzgefährdende Katastrophe. Der lokale Anbieter SH-Link wurde wegen unbezahlter Rechnungen – so erzählen Insider – abgeschaltet. Alle Kunden-Leitungen des Unternehmens um Firmengründer Lutz Petersen waren plötzlich tot. Die betreuten Verbindungen zum Elmshorner Glasfasernetz waren gekappt. Bei vielen Firmen fiel sogar das Telefon aus, da sie via Internet mit Technik von SH-Link telefonierten. „Es war der Super-Gau für uns“, sagte Kai Ciulkowski. Der Geschäftsführer von City-Coffee wusste vor Ratlosigkeit und Wut nicht weiter, zumal eine Kontaktaufnahme mit SH-Link nicht möglich war. „Der Inhaber ist verschollen“, schnaufte Ciulkowski.

Wie der Kaffeelieferant waren Dutzende Unternehmen in der Stadt betroffen. Große Gewerbe wie auch kleine Büros. Kunden sprangen ab oder bestellten ihre Waren anderweitig, da sie die Firmen nicht erreichen konnten. Weder per Telefon, noch per E-Mail und nicht über deren Homepages. Diese waren verschwunden.

Zum Teil tagelang zog sich der Ausfall hin, wie jetzt bekannt wurde. Niemand weiß bis heute, wie hoch der Schaden genau ist. Die direkten Kosten kommen erst noch auf die Unternehmen zu. Sie gehen davon aus, dass SH-Link pleite ist und sie nicht länger betreut. Sie müssen mit teuren Portierungen ihrer Daten und Anschlüsse kalkulieren. Mehrere Tausend Euro kämen schnell zusammen. Wie viel Kunden verloren gingen, ist zudem die große Frage. Summa summarum rechnen Betroffene mit Millionenschäden.

Dabei hatte die Kundschaft von SH-Link unschöne Vorwarnungen bekommen. So teilte ihnen die deutsche Vergabestelle von Internetadressen denic bereits vor Monaten mit, dass ihre über SH-Link gebuchten Adressen gekündigt sind. Andere Serviceanbieter schrieben Briefe ähnlichen Inhalts. Der Firmenbriefkasten in der Königstraße quillt zudem seit Wochen über. Und: Seit Jahreswechsel zog Petersen keine Gelder mehr von Kunden ein. Erreichbar war er auch nicht mehr. Die Stadtwerke als Inhaber des Glasfaserrings sind derweil bemüht, mit den SH-Link-Kunden schnell Lösungen zu finden.

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